Onward

Ok, liebe Leute, ich möchte gerne kurz darüber schreiben, wie das hier weiter gehen wird.

Meine Gesundheit & ich:

Vor anderthalb Wochen wurde meine Schilddrüse entfernt. Die ersten Tage danach war ich ziemlich wackelig auf den Beinen, inzwischen geht es mir bedeutend besser. Ein kleines Ding namens Parathormon macht mir noch Schwierigkeiten... aber insgesamt geht es mir – wenn auch noch nicht körperlich, dann auf jeden Fall seelisch – wesentlich besser als vor der Operation.

SchildDRÜSE, nicht SchildKRÖTE...

Was ziemlich erstaunlich ist, denn eigentlich funktionierte meine Schilddrüse zumindest von den Hormonen her ziemlich gut.

Ich kann mir das nur so erklären, dass mich die Sache doch viel mehr belastet hat, als ich vor mir selbst zugeben wollte. Oder, dass besagtes Organ vielleicht doch noch ein bisschen mehr mit mir getan hat, als rein theoretisch ermittelt werden konnte. Ja, klingt sehr esoterisch, ich weiß. Wer das nicht mag, darf die letzte Vermutung gerne einfach ignorieren.

Na ja, und ausserdem gab es kurz vor meiner Operation – wieder einmal – so ein kleines Erlebnis, bei dem mir ein Mensch, zu dem ich jahrelang mehr als fair, gerecht und freundlich gewesen war, mit Anlauf einen Tritt ins Gesicht verpasste.

Wer mich kennt, der weiss, dass mir solche Dinge sehr lange sehr nahe gehen, und dass ich mir in solchen Fällen unendlich viele Gedanken darüber machen kann, was eigentlich falsch läuft mit mir und der Welt. Überraschenderweise dieses Mal nicht. Dieses Mal dachte ich mir einfach nur: Du hast ganz andere Probleme. Ignorier' den Shit und sei für Dich selbst da, das ist viel wichtiger... was mir erstaunlich gut gelungen ist.

Für andere Menschen ist das vielleicht selbstverständlich... aber für mich ist das eine ganz erstaunliche Erfahrung.

Und wer weiß... vielleicht brauchte ich ja genau das. Vielleicht brauchte ich es einfach mal, dass mir jemand nochmal kurz vor meiner OP so derartig absurd blöde kommt, dass mir endlich mal aufgeht, wie krass viel mehr ich für mich selbst da sein sollte.

Insgesamt und unter dem Strich kann ich auf jeden Fall feststellen, dass es mir viel besser geht. Von Antriebslosigkeit und Demotivation spüre ich nichts mehr. Kann natürlich sein, dass das alles wieder kommt, aber im Moment fühlt es sich nicht so an. Knock on wood.

Ich kann mir sogar die riesigen Kisten mit all den unverkauften Exemplaren von "Thanksgiver" anschauen, ohne dabei mies drauf zu kommen... denn wenn ich nicht an die anderen Menschen denke (s.o.), dann muss ich sagen: Es ist das schönste letzte Geschenk, was ich meiner Mutter machen konnte... und es ist insgesamt ganz einfach das Schönste was ich machen konnte. Wer es nicht hören will, der ist selbst schuld.

Gut, ich habe eine Menge Geld verloren, aber was soll's. Andere Menschen verlieren sehr viel Mehr Geld für sehr viel unsinnigere Dinge.

Kraft für Herrn K ist die Devise!

Musik im Allgemeinen...

Daraus folgt unmittelbar, ich möchte sehr gerne wieder Musik machen. Und ich werde auch sehr gerne wieder Musik machen.

Es folgt aber auch daraus, dass ich sie erst mal für mich und mein direktes Umfeld machen werde.

Wenn ich irgendwann mal wieder etwas Vorzeigbares habe, dann werde ich zu gegebener Zeit gerne auf die eine oder andere Art damit an die Öffentlichkeit treten... aber nicht vorher.

(Treuen Wegbegleitern und Freunden schicke ich natürlich trotzdem einen Link, wenn ich etwas Neues habe, zu dem ich gerne ehrliches Feedback möchte... ihr wisst, wer ihr seid ;-))

Ich weiss noch nicht, wo mich die Reise hinführen wird, und wie sich das dann anhören wird. Vom deutschen Singer/Songwriter-Outfit mit minimaler Low-Fi-Produktion über instrumentale Sachen zwischen Ambient und Jazz bis zum Neo-Prog-Pop/Wave-Projekt ist gerade alles drin, und ich bin gespannt, wo es mich hintreiben wird.

X marks the spot

...und Botany Bay im Besonderen

"Thanksgiver" war als letztes Album von Botany Bay konzipiert, produziert und aufgenommen, und das wird es auch bleiben.

Ursprünglich hatte ich noch eine kleine Chance gesehen, das Projekt irgendwie ein ganz kleines bißchen am Leben zu erhalten... aber Tatsache ist, dass Steffi und ich nun schon seit langer Zeit wieder getrennte Wege gehen, und dass ich mir ein besseres letztes Kapitel nicht wünschen kann – egal ob es die Leute kaufen oder nicht.

Nicht von ungefähr geht der Spruch: "Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist", und nicht "man soll aufhören, wenn es kommerziell am erfolgreichsten ist".

Die Webseite, Bandcamp-Page und alles wird natürlich online bleiben, und mp3 & Vinyl lassen sich weiterhin erwerben – im letzteren Fall, solange der Vorrat reicht.

Blogging

Im Moment lasse ich drüben bei 7gebirge.de wieder meine Co-Blogger-Karriere zusammen mit Frau K. aufleben, und soweit lässt sich das ganz gut an. Wer also Dinge von mir lesen und sehen möchte, der ist da drüben ganz gut beraten.

Meine Co-Bloggerin, nebst Co-Bloggerinnen-Hund

Was ich mit diesem Platz hier mache... tja, das weiss ich noch nicht. Aus den oben erwähnten Gründen möchte ich nicht mehr Musik veröffentlichen, ehe ich vollkommen zufrieden damit bin und in meinem tiefsten Inneren spüre, dass es mir egal sein kann, wie die Welt darauf reagiert.

Es ist einfach so. Musik mit dem Ansinnen zu veröffentlichen, Begeisterung und Dankeswellen auszulösen, hat sich als überhaupt nicht nachhaltig erwiesen.

Und ich möchte auch nicht wieder in Versuchung kommen, lang und breit über Musik zu schreiben, statt einfach welche zu machen. Musik fällt also erstmal flach.

Fotos veröffentliche ich auch schon auf 7gebirge und auf flickr und auf pixelfed... noch eine Quelle an Bildern von Stephan braucht die Welt wirklich nicht.

Über Programmieren zu schreiben liegt mir irgendwie auch nicht so... und wer unbedingt wissen möchte, mit welchen esoterischen Retro-Computing-Eskapaden – fernab von allem gerade angesagten Quatsch – ich meine Freizeit verbringe, der kann ja einfach meinen github-Account durchwühlen 😉

Im Moment fällt mir also nur ein, den Platz hier so zu lassen, wie er ist... und wenn ich eine neue Idee habe, dann geht es hier irgendwie weiter... oder natürlich, falls einer meiner geschätzten Leser eine Idee hat. Die Kommentarfunktion bleibt an 😉

Es bleibt mir somit nur, mich für die vielen lieben Wünsche zu bedanken, und für die Anteilnahme wenn es nicht so lief wie es hätte laufen sollen...

In diesem Sinne: Keep breathing!

5 Antworten auf „Onward“

  1. Hallihallo!

    Ja, die Schilddrüse ist ein gar seltsam Gewächs. Und nur, weil die Hormonwerte auf dem Papier stimmen, muss es einem noch lange nicht gut gehen. Ich habe da direkte Zweithanderfahrung, wo es dem Patienten mit auf dem Papier korrekt eingestellten Hormonen körperlich und seelisch extrem schlecht geht. Mit einer leichten Überdosierung, die jeder Endokrinologe schrecklich findet, gehts aber supergummigut. Meine Lesson Learned daraus war: Der Körper hat am Ende Recht, Praxis schlägt Theorie, und nur weil es sich die Ärzte nicht erklären können, wird’s deshalb nicht anders.

    Was Botany Bay angeht bin ich natürlich traurig, dass es tatsächlich zu Ende ist. Aber wie Du sagst: Wenn es schon ein Ende sein muss, hätte ich mir kein schöneres wünschen können. Die Release Party war ein Erlebnis sondergleichen. So möchte ich dieses Projekt gerne für immer in Erinnerung halten.

    Ich freu mich schon, was da an einzelnen Werken und kleinen Projekten in Zukunft noch so kommen könnte.

    Was Thema Programmierung betrifft, so kann ich damit nicht so viel anfangen. Ich bin zwar Sysadmin, aber ohne Entwicklungserfahrung. Daher sind solche Infos entweder über meinem Horizont, oder zu nah an meiner Jobdescription, um in meiner Freizeit darauf Lust zu haben 😉

    Was Bilder angeht: Ich verfolge aktiv alle Deine Kanäle und bekomme dann halt alles 3x, aber damit komm ich klar, mach ich ja freiwillig so. Ob Du es konsolidierst oder so lässt, hipp oder hopp, ich krieg’s mit 😉

    Man sieht sich hier oder da draußen!

  2. … schön, dass es Dir besser geht, auch wenn das jetzt heißt, dass es hier mehr Stille als Schall gibt — wir halten hier einfach gaaanz andächtig still, dass wir nicht denn leisesten Schall verpassen, der da irgendwann die Stille vertreiben möge.

    Oder so irgendwie. 😊

  3. Also, ich hatte ja auf Mastodon gefragt, ob es den Blog hier noch gibt…
    Weil es glaube ich zwischenzeitlich irgendein DNS-Problem gab? 🤔
    Ist auch egal, aber ich hatte eigentlich nur gefragt, weil ich noch kommentieren wollte hier.

    Also.

    Nämlich nur.

    „Ignorier‘ den Shit und sei für Dich selbst da, das ist viel wichtiger.“

    Ich glaub das ist es eigentlich, oder?
    <3

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