Wolves!

Ich hab mich am Wochenende hingesetzt und ein kleines Spielchen geschrieben (eigentlich wollte ich ja Musik machen, aber irgendwie hat es sich anders ergeben).

„Wolves“ ist ein Mini-Strategiespiel für den Apple II (besser gesagt, die Minimalanforderung ist ein Apple II+ mit 5.25″ Diskettenlaufwerk).

Wer gerade keinen Apple II zur Hand hat, der kann sich mit einem Emulator behelfen. Apple //jse zum Beispiel, der ist vollständig in Javascript geschrieben und läuft im Browser…

Man hat es nicht leicht als Wolfsrudel...
Man hat es nicht leicht als Wolfsrudel…

Ziel ist es, einem Wolfsrudel bei der Jagd zu helfen, und das ganze einigermaßen strategisch so geschickt zu machen, dass die Wölfe 10+ Level mit steigendem Schwierigkeitsgrad überleben.

Implementiert wurde „Wolves!“ in einem Zeitraum von 8 Stunden nach einem tollen und hippen neuen Vorgehensmodell bei der Softwareentwicklung, das bald jedes Startup einsetzen wird, wenn es einigermaßen ernst genommen werden möchte, und zwar IDSE.

IDSE ist die Abkürzung für „Implementier den Scheiss einfach!„, und ich werde irgendwann einmal, wenn die Welt reif dafür ist, mehr darüber erzählen. Nur soviel sei als Spoiler schon mal gesagt: Es gibt keine Retros, keine Reviews, keine Plannings, keine Standups, keine Storypoints, keine Stakeholder, keine Pullrequests, keine DODs, keine DORs, kein PP und kein XP und keinen Plan, der größer ist als das, was an zwei durchgemachten Nächten in einen Kopf passt.

Aber zurück zum Spiel.

Ich bekam die Idee zu „Wolves!“, als ich Buba und ihren Freundinnen Liza und Schnitzel beim sich-durch-den-Wald-bewegen und bei der Interaktion miteinander beobachtete.

Eigentlich wollte ich es auf dem BBC Micro implementieren, doch bei diesem flog mir leider ein Entstörkondensator des (jetzt auch schon 30 Jahre alten) Netzteils um die Ohren und deshalb ist er erstmal ausser Betrieb, und mein guter alter Apple IIGS sprang stattdessen als Entwicklunsgplattform ein.

Doch jetzt erstmal genug der Worte,

 Hier gibt’s das .DSK Image zum Runterladen.

Viel Spaß beim Spielen.

P.S.: Leider hat nicht jede moderne Tastatur einen Ziffernblock, darum können die Wölfe auch, was nicht in der Anleitung steht, mit

UIO
JKL
M,.

gesteuert werden… J, I, L und „,“ bewegen die Wölfe dabei nach links, oben, rechts und unten, und die anderen Tasten dementsprechend diagonal.

 

Vier Tage in Zahlen

  • 25 km gelaufen
  • 2.5 kg Erdbeeren verdrückt (mit Frau K. und anderen lieben Menschen und Schildkröten zusammen)
  • 515 Fotos gemacht
  • 174 Zeilen Code geschrieben
  • 64 Takte Musik aufgenommen
  • 4 Islandpferden beim Tölten zugeschaut
  • 2 Retweets auf Twitter bekommen
  • 2 Wanderfalken und
  • 1 Uhu gesehen

Ich würde mal sagen, im Prinzip kann sich das sehen lassen, ausser natürlich Twitter, das scheint mir weiterhin reine Zeitverschwendung zu sein.

Ich befürchte, so rein controllingmässig, die Zahlen für die nächsten vier Tage werden nicht ganz so gut werden.

Um so wichtiger, sich diese hier in Erinnerung zu behalten.

Pferdesachen und Nicht-Pferdesachen

Irgendwie ist das ganz erstaunlich mit Pferden.

Ich meine, je mehr Zeit man mit Pferden verbringt, desto mehr wirken ausgesprochene Nicht-Pferdesachen unwirklicher, unsinniger und unwichtiger.

Softwareentwicklung im Team zum Beispiel, und all die damit verbundenen Probleme mit Kommunikation, Egos, unterschiedlichen Herangehensweisen, undsoweiter, undsofort.

Eine Sache kann nur schwer noch mehr Nicht-Pferdesache sein.

Oder ob iAndroid besser ist als GoogleOS. Paradebeispiel für eine ganz oberkrasse Nicht-Pferdesache.

Unmittelbar nach einem Besuch bei den Pferden heute mittag habe ich die ganzen nervigen Nicht-Pferdesachen, mit denen ich mich in den letzten Wochen immer wieder auseinandersetzen musste, beinahe vollkommen vergessen.

Ein schöner Zustand.

SKPH0401

Hoffen wir, er hält noch ein bisschen an.

Warten auf die Revolution

Sebastian C. Müller und Thomas Fritz von der Fakultät für Informatik der Universität Zürich haben, so ist meine leise Hoffnung, etwas ganz Großartiges getan.

Und zwar haben sie ein Papier geschrieben, das hoffentlich irgendwann in der Zukunft zur Revolution führen wird. In diesem Paper schlagen sie – grob zusammengefasst – vor, bei Softwareentwicklern per Biometrie (sprich, EKG, EEG & Co.) zu messen, ob sie gerade vernünftige Arbeit machen oder nicht.

Bis jetzt war der Prozess ja langsam und schleichend.

Leute, die nicht programmieren können oder wollen, suchen seit gefühlten Jahrhunderten nach immer neuen Wegen, um Leute, die programmieren können und wollen, effizienter und kostengünstiger Geld für sie verdienen zu lassen. Da gibt’s dann alle paar Jahre eine neue Methodik, die alle bitteschön ganz toll zu finden haben. Soweit, so bekannt.

Aber Softwareentwickler-Milchkühe mit Elektroden an Hirn und Händen zu verdrahten, um dann per Biometrie rauszukriegen ob sie gerade ordnungsgemäß leckere Früchte am High Performance Tree erschaffen oder eher in nem extended Biometrics-Peer-Review nochmal so richtig rangenommen werden müssen, das hat eine ganz neue Qualität.

Ich hoffe, da wird weiter geforscht. Denn irgendwann muss das zwangsweise dazu führen, dass die Leute sich erheben, ihre Fesseln abstreifen, und die Revolution ausrufen.

Na, wie wär’s?

(bin mir übrigens nicht sicher, ob ich über solche Dinge hier wirklich weiter schreiben möchte. Da hab ich am Wochenende so schöne Musik gemacht, und dann sowas…)

Into This

Wer zu den Menschen gehört, die in den Jahren 2007 und 2008 eine Live-Performance von Botany Bay besucht haben, der wird sich vielleicht erinnern, dass wir zu Beginn unserer Konzerte ein leises und fragiles Instrumental zu spielen pflegten.

Später dann, als uns klar wurde, dass man mit leisen und fragilen Stücken ab einer gewissen Publikumsgrösse kein Konzert beginnen sollte (man hört sich selbst kaum, und Aufmerksamkeit bekommt man auch nur schwer), ersetzten wir „Into This“ (so der Name des Instrumentals) durch „Moron Island“ (ein Stück von unserer 2008er EP, und so ungefähr das Allerlauteste, was wir bis dahin von uns gegeben hatten, was dann auch effizient dafür sorgte, dass die Aufmerksamkeit zu Beginn des Gigs garantiert auf unserer Seite war).

Vor ein paar Wochen hatte ich das Vergnügen, vor ausgewählten Publikum ein paar Stücke zum Besten zu geben… nur Klavier und ich, und aus irgendeiner Laune spielte ich als „Into This“ am Anfang.

Ziemlich viele Erinnerungen, die daran hängen.

Die meisten davon ziemlich schön.

Vorgestern hatte ich dann ein bisschen Zeit, mein Recording-Equipment abzustauben und eine Demo-Version von „Into This“ mal aufzunehmen, leicht erweitert und ausgebaut.

Und da es höchste Zeit wird, die „Schall“-Kategorie hier mal einzuweihen… was läge näher, als eben jenes Stück, mit dem wir einst unsere Konzerte begannen?

Hier ist es.

Stephans Hypothese der mehrfachen Unvollständigkeit

Hat ein System X den gleichermaßen offensichtlichen wie immanenten Fehler Y, so finden sich innerhalb einer Zeit t garantiert n Menschen, die vollkommen überzeugt verkünden: „Blödsinn! Das hat mit X überhaupt nix zu tun! Wer X so verwendet, dass Y auftritt, der macht es einfach falsch“.

Wobei n umso größer wird, desto offensichtlicher und nerviger Y ist, und t sich mit der Marktdurchdringung von X asymptotisch verkürzt.

Wollt ich nur mal gesagt haben.