Consulting

Ich arbeite momentan in einem externen Projekt als Berater. Ganz von Anfang an bei der mobilen Entwicklung mittendrin und über 20 Jahre Erfahrung in agilen und nicht agilen Softwareprojekten – manche davon ganz großartig und manche davon vollkommen gegen die Wand gefahren – all das kann sehr hilfreich sein, wenn man mit seiner mobilen App in unvorhergesehene Probleme rennt.

Die Leute dort kennen mich nicht wirklich (und das brauchen sie auch nicht unbedingt zu tun) und ich bin auch nur vier Wochen dort.

Gestern hatte ich eines der zwei in meinem Besitz befindlichen Botany-Bay-T-Shirts an (was schon mal passiert, wenn ich sonst nichts mehr anzuziehen habe), und nachdem ich mich in einem der heißen, luftleeren Meetingräume meines Kapuzenpullis entledigte, wurde ich prompt darauf angesprochen.

Nein, wir trugen unsere eigenen Band-T-Shirts auch damals nicht. Ausser zum Soundcheck.

„Botany Bay“, sagte einer meiner „Schützlinge“. „What’s up with that? What does that mean?“

Ich bin mir nicht vollkommen sicher, aber ich habe das Gefühl, dass ich noch vor gar nicht so langer Zeit breitwillig und gerne erzählt hätte, was es damit auf sich hat. Und ich hätte ein bisschen was über 20 Jahre Musik und unsere Platten erzählt und das alles, und einen Link verschickt.

„It doesn’t really matter. Let’s talk about your definition of done, ok?“ war meine Antwort gestern.

Bin mir noch nicht sicher, was das jetzt bedeutet.

8 Antworten auf „Consulting“

  1. Ich habe die letzten Tage über ja schon in dieser Richtung kommentiert, allerdings nur indirekt und durch die Blume. Da Du mir wichtig bist, möchte ich Dich aber wissen lassen, dass Blogartikel wie dieser – voller Verbitterung und Fatalismus, auf und zwischen den Zeilen – mich sehr belasten und mich beim Lesen Kraft kosten. Vor allem das Gefühl, dass eine Änderung der Situation für Dich nicht möglich scheint und Du gleichzeitig auch nicht darüber hinwegkommen und stattdessen Ecken im Leben finden kannst, die für Dich dauerhaft erfüllend sind.

    Ich sehe keinen Weg, Dir dabei zu helfen oder Dich zu unterstützen. Wenn Du hingegen einen Weg siehst, was Deine Freunde, Leser und ich tun könnten, würde ich mich sehr freuen, davon zu erfahren. Bis dahin muss ich einen Weg finden, wie mich das nicht mehr so belastet. Möglicherweise muss ich Deinen Blog eine Weile pausieren. Ich schreibe das deswegen, weil Du wissen sollst, dass ich nicht einfach einer von denjenigen bin, die nur gelangweilt weiter laufen, um woanders den geileren Kick zu kriegen.

    Ich finde Deinen Ansatz nach wie vor richtig, dass Du hier schreibst, was auch immer Dir wichtig ist, was Du richtig findest, was Du teilen möchtest und was Du Dir von der Seele schreiben willst, ganz egal, was die Leute da draußen erwarten oder wünschen sollten. Das ist Dein digitales Zuhause, Deine 4 Wände. Ich will nicht, dass Du daran etwas änderst. Ich wünschte stattdessen nur, dass sich das, was Dich bewegt, bald zum Positiven ändern würde. Am besten mit Hilfe von guten Menschen um Dich herum, die Deine Welt mit Dir zusammen bewegen können. Die Deinen Fokus weglenken können von den Dingen, die Dir Schmerzen bereiten und stattdessen zu Dingen hin, die Dir Freude bereiten, und einen Weg finden, dass Du dort bleiben willst.

    1. Lieber Daniel,

      tut mir wirklich leid, wenn ich das so sagen muss, aber es ist nun mal einfach so, dass die Rezeption der im doppelten Wortsinne letzten Veröffentlichung von Botany Bay bei mir depressive Symptome getriggert hat.

      Es ist nun mal so. Ich hab viel gegeben und wenig bekommen. Und obwohl ich das prinzipielle Gefühl schon seit langer Zeit kenne, hat es mich schon lange nicht mehr so getroffen wie dieses Mal.

      Im Endeffekt ist es mein Problem, dass ich so darauf reagiere, ich weiss, aber hier ist die unangenehme Wahrheit:

      Ich. Kann. Es. Nicht. Ändern.

      Ich habe mir aber auch lange überlegt, ob ich hier überhaupt noch schreiben will. Dein Kommentar zeigt mir, dass es vermutlich eine sehr gute Idee ist, dies nicht mehr zu tun, denn ich will nicht die letzten drei Leute belasten, die mir noch zuhören würden.

      In diesem Sinne, ich lass das hier besser erstmal bleiben, und ich danke für die Kommentare, das Dabeisein und fürs Hören. Und bitte nicht denken ich sei beleidigt oder eingeschnappt, aber ich sehe durchaus, dass das hier momentan niemanden mehr weiter bringt.

      Liebe Grüße
      Stephan

  2. Ich kenne die Fußspuren vom schwarzen Hund und hatte sie bereits wiedererkannt, daher hab ich es mir mit meinem Kommentar auch nicht leicht gemacht. Denn das, was Dir am wenigsten helfen wird, ist das Gefühl, alleine gelassen zu werden. Deswegen ist es mir auch wichtig, dass Du weißt, dass ich nicht aus der Welt bin und fürs erste neue Blogartikel sicherlich mindestens anlesen werde, um zu sehen, wie es mir dabei geht.

    Ich weiß auch, dass Du es nicht ändern kannst. Nicht allein. Aber Du bist nicht allein. Auch wenn es Dein Problem ist, musst Du es nicht alleine bekämpfen. Bitte vergiss das nie. Ich weiß inzwischen relativ gut, was für tolle Menschen um Dich sind, manche jeden Tag, manche immer wieder mal.

    Und es war auch absolut ernst gemeint: Wenn Du eine Idee hast, wie ich Dich unterstützen kann, dass es Dir kurz- oder langfristig besser geht, dann bin ich hier. Und wenns nur ist, dass Du mal wieder zu Besuch kommst für Federtier und lustig angezogene Menschen. Du weißt, wo Du erfährst, wann wir wo sind und Du weißt, wie Du mich erreichen kannst. Es wäre mir eine große Freude.

    Denn eins ist klar: Wärst Du mir nicht wichtig, hätte ich hier keinen Buchstaben getippt.

  3. oje … wenn das mal nicht der Type war, der die Cousine von der Tochter vom Sony-Chef in London kennt, der Dir mit Botany Bay einen Auftritt im Wembley-Stadion zusammen mit Bruce Springsteen, Robbie Williams und ABBA re-united verschafft hätte …….
    😂

  4. wie daniel sagt.
    ich hab seit gestern überlegt was ich wie antworten könnte – hatte bis eben keine idee und jetzt hat daniel gesprochen – weise worte die ich so nie hinbekommen hätte…

    eins – so als gedanke – wir haben ein hemnes-bett im gästezimmer (das dürftest du kennen) – wenn du mal ein paar tage ganz woanders, wo ganz fremdes sein möchtest – du bist herzlich willkommen (die frau k. kommt auch mal mit den hunden allein zurecht, das weiss ich…)

  5. Nur mal angenommen es gäbe eine Möglichkeit was zu ändern. Wärst du bereit es zu tun? Ich meine nur bereit. Es geht nicht darum, ob du weißt was zu tun wäre oder ob du es tun kannst, aber wärst du bereit dazu?
    Nur mal angenommen du hättest wirklich viel gegeben, aber vielleicht nicht das, was es gebraucht hätte, um viel zu bekommen. Würdest du herausfinden wollen was es erfordert?
    Nur mal angenommen es gäbe eine Möglichkeit wie du den Blog weiterführen könntest und dich gleichzeitig besser fühlen könntest. Wärst du offen dafür?

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