Nachtseelen
Es ist wieder diese Zeit im Jahr, wo ich mein Archiv nach Bildern für den diesjährigen Tara-Tierhilfe-Kalender absuche – eine Sache, die ich in den letzten Jahren sehr gern und mit großer Begeisterung getan habe.
Nur dieses Jahr ist alles ein wenig anders, und ich habe die Bildersuche nun schon viel zu lange vor mir hergeschoben. Es fällt mir sehr schwer, mich daran zu gewöhnen, dass Wendy nicht mehr da ist, und all die schönen Bilder von ihr in meinem Archiv machen es nicht einfacher.
Trotzdem habe ich nun schon einige Bilder für den Kalender ausgesucht – und bin dabei über eine Serie von Fotografien gestolpert, die als Kalenderbilder eher ungeeignet sind, die ich aber trotzdem sehr schön finde und gerne mit der Welt teilen würde.
Es sind dies Fotos, die in einer warmen Sommernacht im Mai entstanden.

Wir hatten unsere Dienste und das Bewegen von Wendy auf Spätabends verschoben, weil die Temperaturen sich schon im Mai dergestalt entwickelt hatten, dass allein der Gedanke an körperliche Arbeit zu heftigen Schweißausbrüchen führte.
Als wir schließlich fertig waren, war es schon lange dunkel – und wie es so ihre Art ist, machten sich die Schafe auf ihre nächtliche Entdeckungsreise, während ich mit der Kamera zugegen war.
Licht kam nur vom beinahe vollen Mond und den diversen Laternen am Hof. Die Laternen waren es dann auch, was mich dazu veranlasste, meine Kamera in den Schwarzweißmodus zu stellen (die meisten Bilder sind unbearbeitet direkt aus der Kamera), denn in Farbe stört das künstliche Laternenlicht den Bildeindruck für meinen Geschmack doch schon sehr.





Felix (und Thore, und Esme)
Felix, gerade frisch geschoren, war wie immer sehr neugierig und wollte am liebsten selbst fotografieren. Als er dies nicht durfte, ging er dazu über, sich mit der schönen Maultierdame Esme zu unterhalten.
Dafür sprang sein damals gerade mal zwei Monate alter Sohn Karuna in die Bresche…


Karuna
Und wo Vater und Sohn sind, durfte natürlich auch Mutter Frieda nicht fehlen, die die Szene gemütlich im Gras liegend beobachtete während sich dahinter im Rundstall die beiden Esel Nado und Aurora (✝) der Fellpflege hingaben.



Gerade in Social Media wird Schwarzweißfotografie in den letzten Jahren gerne auf Trauer und Traueranzeigen reduziert. Was ich schade finde, denn tatsächlich ist Schwarzweißfotografie eine eigenständige Kunstform und eine bewusste fotografische Entscheidung, die den Blick auf das Wesentliche zu lenken vermag. Für mich ist es spannend, mich meinen Mitlebewesen auf diese Art und Weise auseinander zu setzen, und ich möchte es gerne wiederholen.