Ach

Ich glaube es wird mir schon fehlen, wenn ich mal nicht mehr hier wohne.

Holz und Software

Unsere neue Terrasse wächst und gedeiht. Nachdem gestern all das nicht mehr zu rettende Altholz zerstückelt und in Container geladen wurde, standen heute morgen schon die ersten neuen Balken.

Und als ich den Zimmerleuten vorhin Kaffee brachte und mit ihnen ein bißchen über ihre Arbeit plauderte, tat es mir einmal mehr leid, dass ich keinen "richtigen" handwerklichen Beruf erlernt habe.

Ich schreibe "richtig" in Anführungszeichen, weil gute und fundierte Softwareentwicklung ebenfalls eine handwerkliche Tätigkeit ist (auch wenn diese Einsicht leider noch lange nicht bei allen Menschen angekommen ist...), und tatsächlich bin ich im Großen und Ganzen auch sehr zufrieden damit, dass ich mir durch das Entwickeln von Software die Ausübung meiner Berufung leisten kann.

(Noch schöner wäre natürlich, wenn ich von der Ausübung meiner Berufung leben könnte... aber das wird wohl nichts mehr.)

Dennoch – manchmal wünschte ich mir, etwas gelernt zu haben, womit ein direktes, offline stattfindendes und unmittelbar physisch erfassbares Ergebnis erzielt wird... mit dem ich auch noch etwas anfangen könnte, wenn es um das nackte Überleben ginge und alle Interwebs dieser Welt abgeschaltet wären.

Ganz davon abgesehen muss man sich als Softwareentwickler hin und wieder mit Ansichten und Hindernissen herumschlagen, die in einem anderen handwerklichen Beruf nur schwer denkbar wären, zum Beispiel:

  • Es ist nicht üblich, einen Zimmerer erst mal wochenlang in Vorleistung gehen zu lassen und ihm währenddessen immer wieder die Erteilung des Auftrags in Aussicht zu stellen... nur um ihm dann irgendwann zu sagen: "Hey, danke für das Gerüst und die Skizzen für die Pläne und das ganze Hin- und Herfahren, wir lassen den Rest jetzt von so einer Klitsche in Sibirien machen. Die verlangen weniger als ein Viertel Deiner Angebotssumme. Tschüss dann, Du brauchst Dich nicht mehr melden"
  • Kein Kunde würde auf die Idee kommen, einem Zimmerer vorzuschreiben, mit welchem Werkzeug er zu arbeiten hat...
  • ...oder wie er mit diesem Werkzeug zu arbeiten hat.
  • Niemand würde sagen: "Was? Der Dachstuhl kostet mich 25000 Euro? Aber ich war neulich im Obi, ich hab da Bretter gesehen, die kosten gerade mal einen Euro, wie kann das denn sein?!"
  • Keinem Zimmermeister gegenüber würde jemals der folgende (oder ein ähnlicher) Satz fallen: "Hey, hör mal, irgendwelche komischen Freaks haben ein neues Werkzeug erfunden, das musst Du jetzt unbedingt auch verwenden. Es funktioniert weder besser noch einfacher als Dein altes Werkzeug, es löst keinerlei Probleme, und alle, die damit arbeiten (müssen) finden es kompliziert und/oder blödsinnig. Niemand bekommt seine Aufträge damit rechtzeitig fertig, und eigentlich hat auch nie jemand nach einem solchen Werkzeug gefragt... aber trotzdem: Lass uns damit arbeiten, weil, das machen jetzt alle, aus irgendwelchen Gründen™"
  • Wenn ein Zimmermeister und seine Gesellen irrsinnig viele Überstunden schieben müssen, weil dem Kunden plötzlich einfällt, dass ausser dem Dachstuhl noch drei Balkone, zwei Terrassen und eine hölzerne Wendeltreppe in einer Zeit fertig werden müssen, in der andere Betriebe nicht mal einen Tisch gebaut kriegen, dann wird ihm – nachdem er schließlich das Unmögliche möglich gemacht hat – nach erfolgter Abnahme üblicherweise nicht gesagt: "Tja, danke für alles, großartige Arbeit, wir geben auch schon vor all unseren Freunden mächtig damit an... aber, hihi, bezahlen tun wir Dich nicht. Hähä, im ursprünglichen Angebot stand ja nur ein Dachstuhl. Selbst schuld, wenn Du in der gleichen Zeit viel mehr machst. Was sagst Du? Wir wollten das unbedingt so haben und hatten die ganze Zeit den Daumen drauf? Ja klar! Merkst Du was? Richtig – schön blöd, einfach so für uns zu arbeiten. Was? Es ist Weihnachten und Du hast mit dem Geld gerechnet? Uns doch egal, und jetzt verpiss' Dich!"

Wirklich.

Alles schon erlebt in den letzten 15 Jahren.

Wer weiß, wenn es ein nächstes Leben gibt... vielleicht schaue ich mir dann Holz einmal näher an...

The day after

Heute sieht's ein bisschen anders aus als gestern noch.

Und hier sieht man auch sehr schön im Detail, warum man da nicht mehr unbedingt in gepflegter Gesellschaft sein warmes/kühles Getränk zu sich nehmen und in den Sonnenuntergang schauen wollte...:

Kennen Sie diesen wunderbaren Geruch von modrigem Holz?
...er ist überall 😉

Terrassentschüssn

Zu hauptsächlich dokumentarischen Zwecken... ein letzter Blick auf unsere baufällige Terrasse, bevor sie morgen abgebaut und die nächsten Wochen durch etwas Neues ersetzt wird. Das dürfte eine interessante Zeit für das Rudel werden...

"Was? Mein Ausguck kommt weg? Wie soll ich dann meiner Aufgabe nachkommen, Besucher, Eichhörnchen und Rehe zu erschrecken?"

Keine Angst, Buba. Wir finden eine Lösung.

Neuer Mitbewohner

Naja, neu, was heißt neu... vermutlich wohnt er schon länger hier als wir, und vermutlich hat er jede Menge Menschen kommen und gehen sehen.

Aber wir haben ihn auf jeden Fall erst vor einigen Wochen entdeckt und –seitdem wir wissen, wo er wohnt – immer mal wieder getroffen. Gestern Abend hatte ich dann endlich mal die Muße, ihn zu fotografieren...

Zumindest Candor hat übrigens gebührenden Respekt vor ihm. Vermutlich hat er schon Erfahrungen mit Feuersalamandern gesammelt. Bei Buba wissen wir's noch nicht, deshalb wird sie im Zweifelsfall an die kurze Leine genommen... 😉