Warten auf die Revolution

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Sebastian C. Müller und Thomas Fritz von der Fakultät für Informatik der Universität Zürich haben, so ist meine leise Hoffnung, etwas ganz Großartiges getan.

Und zwar haben sie ein Papier geschrieben, das hoffentlich irgendwann in der Zukunft zur Revolution führen wird. In diesem Paper schlagen sie – grob zusammengefasst – vor, bei Softwareentwicklern per Biometrie (sprich, EKG, EEG & Co.) zu messen, ob sie gerade vernünftige Arbeit machen oder nicht.

Bis jetzt war der Prozess ja langsam und schleichend.

Leute, die nicht programmieren können oder wollen, suchen seit gefühlten Jahrhunderten nach immer neuen Wegen, um Leute, die programmieren können und wollen, effizienter und kostengünstiger Geld für sie verdienen zu lassen. Da gibt’s dann alle paar Jahre eine neue Methodik, die alle bitteschön ganz toll zu finden haben. Soweit, so bekannt.

Aber Softwareentwickler-Milchkühe mit Elektroden an Hirn und Händen zu verdrahten, um dann per Biometrie rauszukriegen ob sie gerade ordnungsgemäß leckere Früchte am High Performance Tree erschaffen oder eher in nem extended Biometrics-Peer-Review nochmal so richtig rangenommen werden müssen, das hat eine ganz neue Qualität.

Ich hoffe, da wird weiter geforscht. Denn irgendwann muss das zwangsweise dazu führen, dass die Leute sich erheben, ihre Fesseln abstreifen, und die Revolution ausrufen.

Na, wie wär’s?

(bin mir übrigens nicht sicher, ob ich über solche Dinge hier wirklich weiter schreiben möchte. Da hab ich am Wochenende so schöne Musik gemacht, und dann sowas…)

2 Gedanken zu „Warten auf die Revolution“

  1. Ich habe diesen Gedanken auch schon bei anderen Themen, vor allem sozialpolitischen und ertappe mich immer wieder dabei, zu denken „Dann macht das doch bitte schnell bis zum Ende, dann knallt es und dann haben wir endlich einen Reset“.

    Aber wie viele werden dabei auf der Strecke bleiben bei diesem Reset, egal bei welchem Thema man das so macht? Gewinnen dann nicht nur die, die jetzt in der Gesellschaft oben schwimmen und verlieren dann nicht genau die, die jetzt schon mit dem Hochwasser zu kämpfen haben?

    1. Tatsächlich glaube ich in diesem und in einigen anderen Fällen nicht daran, dass sich dadurch was bewegt, auch wenn sie ganz schnell alles auf 11 aufdrehen. Dazu sind wir, so meine persönliche Meinung, schon viel zu weit, viel zu schmerzfrei.

      In einer Welt wo jemand ohne Hemmungen so ein Paper schreibt oder das Trinkwasser privatisieren will oder Menschen wie Ed Snowden sich verstecken müssen oder was auch immer… da ist schon zu viel falsch gelaufen.

      Aber in der Summe… wenn der Bullshit einen Level erreicht, wo einfach gar nichts mehr ansatzweise gerecht ist oder auch nur den Moralvorstellungen eines Hedgefonds-Managers genügen kann… irgendwann dann knallt es, da bin ich sicher.

      Geht gar nicht um Softwareentwicklung oder Trinkwasser oder Arm/Reich oder wer wem den Kopf absäbelt weil der andere nicht den gleichen Aberglauben hat… es ist irgendwie alles, alles, alles. Die Vernunft sagt einem, es kann nicht ewig so weiter gehen, irgendwann muss uns das alles um die Ohren fliegen.

      Und nein, ich weiss auch nicht, ob ich dann noch da sein möchte. Eher nicht…

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