Die letzte ihrer Art

Heute morgen habe ich auf die Hunderunde aus einer spontanen Eingebung heraus meine gute alte Sony Alpha 850 mitgenommen.

Ich habe in den letzten Jahren mit wahnsinnig vielen Kameras wahnsinnig viele Fotos gemacht, und ich bin diesen Weg sicher schon tausend mal gegangen, aber heute morgen habe ich mich in diese Kamera wieder einmal neu verliebt. Gut, dass ich sie auf Frau K.s Anraten nie verkauft habe.

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Die a850 ist einfach etwas ganz Besonderes. Sie ist mir beim Fotografieren nicht im Weg, sie hat all ihre Knöpfchen und Schalterchen genau da, wo sie sein müssen, und sie zeichnet genau die Bilder auf, die ich von ihr erwarte.

Was natürlich auch daran liegt, dass die a850 im Prinzip keine Sony-Kamera ist, sondern „Die letzte ihrer Art“ weiterlesen

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Großes Blogsterben

...oder eher Blog-Zusammenlegung oder wie auch immer man das ausdrücken möchte 😉

Auf jeden Fall habe ich nach eigentlich gar nicht so langer und reiflicher Überlegung beschlossen, all meine Blog-Aktivitäten zusammenzulegen und hier auf Schall und Stille zu konzentrieren.

Will sagen, blog.botanybay.cc und massenbelichtungswaffen.de zeigen ab  jetzt auf dieses Blog hier – und alles was ich in Zukunft noch an Eingebungen zu meiner Musik oder an Fotos in das große weite Internetz entlassen möchte, tue ich an dieser Stelle.

An dieser Stelle würde ich jetzt gerne sagen, ich möchte mich auch bemühen, dies in Zukunft wieder mehr zu tun. Aber da wir hier auf schallundstille.de immer ganz ehrlich sein wollen, muss ich ganz offen und ehrlich „Großes Blogsterben“ weiterlesen

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8 Tage

8 Tage in einer kleinen Holzhütte im Weserbergland quasi von der Außenwelt abgeschnitten gelebt (kein Netz, kein Empfang)

8 Tage lang nicht mitbekommen, wie Trump lügt und giftet

8 Tage lang kein Wort von der "AfD"

8 Tage lang nicht in den Statistiken auf Bandcamp verfolgt, wie 0 Personen unser letztes Album kaufen oder auch nur gratis hören

8 Tage lang keine Immobilienangebote durchforstet und/oder mich sonstwie von der Haussuche deprimieren lassen

8 Tage lang mit niemandem geredet, mit dem ich eigentlich nicht reden wollte

8 Tage für niemanden eine Maske aufgesetzt damit nicht bemerkt wird „8 Tage“ weiterlesen

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Thanksgiver

Vor fünf Jahren sah es so aus, als ob alles vorbei wäre.

Steffi war die erste, die ihren Abschied nahm. 2012 waren wir noch mit Feuereifer dabei gewesen, ein neues Album aufzunehmen und uns auf eine Clubtour vorzubereiten, als plötzlich eine Katastrophe nach der anderen über mich hereinbrach. Ich habe an anderen Stellen in diesem Blog schon oft genug darüber geschrieben... Schlaganfall bei meinem Vater, Tod meines Vaters, Pleite meiner Firma, Tod meines Hundes, Pleite der nächsten Firma, Tod meiner Mutter... und ich mittendrin, und weder emotional noch sonstwie dazu in der Lage, damals laufende Musikprojekte weiter voran zu bringen.

Als meine "Band" bemerkte, dass bei mir plötzlich alles gar nicht mehr so cool, lustig und easy going war wie zuvor, „Thanksgiver“ weiterlesen

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Cosi

Es wird allerhöchste Zeit für ein exklusives Ganzkörper-Portrait unseres Pflegepferdes 🙂

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Mehr

schöne Dinge. Wir brauchen mehr schöne Dinge.

In letzter Zeit laufen so ein paar Sachen falsch in unserem kleinen K-Leben und in Rhöndorf. Leider. Aus diversen Gründen.

Und es gibt einmal mehr den schon bekannten und immer wieder interessanten Effekt zu beobachten, dass sich weniger und weniger Menschen für einen interessieren, je schlechter man drauf ist. 

Und ganz davon abgesehen will ich ja überhaupt nicht schlecht drauf sein. Ist nicht gut. Nicht für die Umwelt, nicht für einen selbst. Und auch nicht für den Geldbeutel, denn ich habe das große Problem, dass ich mir bei wirklich mieser Depri-Laune schon mal eine neue Kamera kaufe. Oder sonst irgendeinen Wahnsinn. So auch diese Woche.

Nachdem ich schon so gute Erfahrungen mit der Sigma DP2Q gemacht habe, musste ihre große Schwester, die sd quattro her. Bis jetzt nur mit adaptieren M42-Schätzchen meines Vaters.

Was eigentlich gar nicht schlecht ist, denn es zwang mich die letzten Tage, noch langsamer und noch überlegter ans Fotografieren ranzugehen, mir Zeit für jedes Bild zu lassen.

Hier gibt's ein paar Ergebnisse. Ein volles Review wie bei der DP2Q damals werde ich wohl nicht schreiben... es sei denn, mehr als drei Menschen wünschen sich das in den Kommentaren. Dann würde ich das natürlich tun (zwinker, zwinker).

Mein herzlicher Dank geht an alle, die auf diesen Fotos zu sehen sind.  An Candor K. und Buba K., die besten Seelentröster die man sich vorstellen kann. Und an Cosi, unser Pflegepferd, der wirklich ein ganz großartiger Geselle ist.

Und vor allen Dingen an Frau K., dafür, dass sie mich erträgt wenn ich so bin wie ich die letzten Tage war. Und dafür, dass sie auch nach über 10 Jahren nie müde wird mir zu zeigen, wie schön die Welt trotzdem ist.

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Mein Freund, das neugierige Alien

...ist im Löwenburger Tal stationiert, um die Menschheit zu beobachten.

Leider kann es sich nicht bewegen, und so sind seine einzigen Erkenntnisse über die Menschheit diejenigen, die es aus den Gesprächen vorbeilaufender Spaziergänger ziehen kann.

Deshalb wird es wohl auch noch eine Weile bleiben, bis es sich ein Bild von der Gesamtsituation gemacht hat.

 

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Should I Quit?

In meiner Eigenschaft als Softwareentwickler arbeitete ich vor langer Zeit einmal in einem Unternehmen, in dem alles irrsinnig groß und ambitioniert war, und wo eigentlich auch alles wunderschön hätte sein können. Wenn... tja, wenn ich nicht den Großteil meiner Tage damit zugebracht hätte, von einem Meeting ins nächste Meeting zu wandern und/oder stundenlang den Monologen von Menschen zu lauschen, die nicht arbeiten wollten.

Inspiration

Glücklicherweise entwickelten sich damals in meinem Kopf drei Ziele, die ich aufgrund dieser eigentlich unschönen Situation zusammen unter einen Hut bringen konnte:

1. Ich wollte wissen, ob sich all die unnütze Meeting- und Leuten-beim-Reden-zuhören-Zeit sinnvoll nutzen lässt. Zum Beispiel, um eine kleine App zu programmieren.

2. Ich wollte wissen, welchen Anteil meiner Arbeitszeit ich mit oben genanntem Blödsinn verbringe, und wie das in Relation zu der Arbeitszeit steht, in der ich sinnvoll und konzentriert arbeite.

3. Apple hatte gerade Swift herausgebracht (für die Nicht-Entwickler: eine damals noch neue Programmiersprache, in der alles viel schöner, besser und einfacher hätte werden sollen, aber das ist eine andere Geschichte...), und ich war neugierig und interessiert, ein paar erste Erfahrungen mit Swift zu sammeln. Außerdem gab’s von Apple ein paar schöne neue Technologien (wie z.B. Geofencing, IBDesignables, etc...), die ich gerne einmal ausprobieren wollte, und die in meiner ‘normalen’ Arbeit niemals zum Einsatz gekommen wären (es sei denn, unser Werbedienstleister hätte sich das gewünscht, denn dann hätten wir alles stehen und liegen lassen und es sofort gemacht. Aber das ist nochmal eine andere Geschichte...)

Auf jeden Fall begann ich, bei Meetings und Monologen immer mein Notebook dabei zu haben und mir nebenbei “Notizen” zu machen... nur dass es sich bei diesen Notizen eben in Wirklichkeit um eine neue App namens “Should I Quit?” handelte: Eine Art Timetracking-App, um den Anteil der Arbeitszeit zu ermitteln, den man selbst als sinnvoll erachtete... und dann die Konsequenzen daraus zu ziehen...:

Unnötig zu sagen, das Experiment wurde ein voller Erfolg.

Nach einer Woche hatte ich einen lauffähigen App-Prototypen zusammengeschustert, und nach weiteren drei Wochen hatte ich, unterstützt durch ebendiesen Prototypen, genug Daten gesammelt, um belegen zu können, dass ich 74% meiner Arbeitszeit mit imho unnötigen Dingen verbrachte.

Tja, und dann machte ich mich unter Vergegenwärtigung dieser Tatsache auf die Suche nach einer anderen Betätigung und reichte nach weiteren zwei Monaten meine Kündigung ein.

Gnothi seauton

Fast-Forward in die nicht ganz so entfernte Vergangenheit, Anfang 2018:

Bei meinem aktuellen Arbeitgeber, TAG in Köln (bei dem der Bullshit-Anteil sich gottlob im einstelligen Prozentbereich verliert), veranstalten wir ein kleines Brainstorming, welche kleinen Eigenprojekte wir uns vornehmen könnten.

Ich erinnere mich an “Should I Quit” und mache den Vorschlag, aus dem damals schnell zusammengehackten Prototypen eine richtige App zu machen.

Die AppGuys machen es möglich... greek Mythology meets Work-Life-Balance...
Die AppGuys machen es möglich... greek mythology meets work-life-balance...

Der Vorschlag wird angenommen, und schon bald machen wir uns an die Umsetzung. Von unserem Design-Team kommt die Idee, Inspiration aus der griechischen Mythologie zu schöpfen (wer könnte besser den unnützen Meeting-Wahnsinn repräsentieren, als Sisyphos, der wieder und wieder seinen dämlichen Stein den Berg hinauf rollen muss?); und so werden Prometheus, Sisyphos und Dionysos zu den Hauptfiguren der App... und etliche Gestalten aus dem griechischen Pantheon erteilen nach genug gesammelten Datensätzen mal mehr und mal weniger kryptische Ratschläge.

Die Umsetzung auf Android geht auf das Konto von Anton, unserem damaligen Android-Praktikanten. Und er erledigt diese Aufgabe unter Aufsicht meiner Kollegin Karen so gut und enthusiastisch, dass er nach seinem Praktikum sofort einen Job bei uns bekommt.

Die iOS-Version (man erinnere sich: meine App war nur ein flink zusammengehackter Prototyp) programmiert meine Kollegin Astrid; eigentlich ist sie Android-Entwicklerin, möchte aber gerne über den vielbeschworenen Tellerrand schauen. “Should I Quit?” ist ihr erstes iOS-Projekt, und sie meistert es mit Bravour und wirklich nur ganz minimalster Hilfe meinerseits.

Tja, und jetzt gibt es "Should I Quit" also endlich sowohl bei Apple im AppStore als auch im Google Play Store käuflich zu erwerben.

Google und die Genitalien

Dass sich die Veröffentlichung dann noch so in die Länge zog, liegt einerseits daran, dass wir uns zwischendurch auch noch um andere Projekte kümmern mussten.

Und andererseits liegt es an Google, die sich bei dieser Gelegenheit als päpstlicher als der Papst und Apple zusammen herausstellten, und Anstoß an unserem App Icon nahmen:

Bildschirmfoto 2018-05-23 um 11.37.17

Zu unserer großen Belustigung ließ man uns dieses Icon nicht durchgehen, denn, so der verwirrte PlayStore-Mitarbeiter, es zeigte ja schließlich

[...] Real-life, simulated, or fantasy subjects portrayed with:
Clothing that provides excessively tight, or minimal coverage of breasts, buttocks, or genitalia
Sexually suggestive poses
Disproportionately large breasts, buttocks, or genitals
Breasts, buttocks, or genitals that extend past the border of the icon [...]

Uh oh. Da könnte möglicherweise mit ganz viel Phantasie ein ARSCH zu sehen sein. Oder GENITALIEN!! RIESIGE GENITALIEN!!11!! Oder was weiß ich, was diese armen Review-Menschen in diesem harmlosen Männchen sehen. Auf jeden Fall irgendwas Schlimmes, denn nachdem unser Designer dem Männchen eine Windel(!) verpasst und zur Sicherheit noch die (von Prometheus inspirierte) Wunde schwarz einfärbt...

Bildschirmfoto 2018-05-23 um 11.43.30

...ist das Icon für Google kein Problem mehr.

Was ich als iOS-Entwickler extrem witzig finde, denn Apple, denen man immer gerne nachsagt, dass sie in ihrem Store restriktiv, übervorsichtig, verklemmt und nach Gutsherrenart agieren, hatten an unserem Icon null komma überhaupt gar nichts auszusetzen. Man sieht, Google haben es sich in den Kopf gesetzt, Apple in allen Belangen zu übertrumpfen.

Auf jeden Fall freut es mich festzustellen, dass all die Meetings und Monologe doch nicht umsonst waren... und dass aus meiner Idee von damals nun eine sehr schöne und liebevoll gestaltete App geworden ist, die mit ein bisschen Glück andere Menschen davor bewahrt, in ihrem Job unglücklich zu werden.

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