Die Elbimo-Pferde – ein Märchen von Consulting, Softwareentwicklung, Scrum und autarken Teams

Es war einmal ein Mann, der war Direktor in einem prächtigen, bunten Zoo mit großen, schönen Gehegen voller wundersamer exotischer Tiere.

Oder, besser gesagt – die Besucher hielten den Zoo für prächtig. Doch wie es in Zoos nur allzu oft der Fall ist, gab es hinter den Kulissen etliche Streitereien. Einige der Zoo-Angestellten konnten einander nicht leiden, und darüberhinaus waren unter ihnen nicht wenige, die gerne Zoodirektor an Stelle des Zoodirektors gewesen wären.

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Onward

Ok, liebe Leute, ich möchte gerne kurz darüber schreiben, wie das hier weiter gehen wird.

Meine Gesundheit & ich:

Vor anderthalb Wochen wurde meine Schilddrüse entfernt. Die ersten Tage danach war ich ziemlich wackelig auf den Beinen, inzwischen geht es mir bedeutend besser. Ein kleines Ding namens Parathormon macht mir noch Schwierigkeiten… aber insgesamt geht es mir – wenn auch noch nicht körperlich, dann auf jeden Fall seelisch – wesentlich besser als vor der Operation.

SchildDRÜSE, nicht SchildKRÖTE…

Was ziemlich erstaunlich ist, denn eigentlich funktionierte meine Schilddrüse zumindest von den Hormonen her ziemlich gut.

Ich kann mir das nur so erklären, dass mich die Sache doch viel mehr belastet hat, als ich vor mir selbst zugeben wollte. Oder, dass besagtes Organ vielleicht doch noch ein bisschen mehr mit mir getan hat, als rein theoretisch ermittelt werden konnte. Ja, klingt sehr esoterisch, ich weiß. Wer das nicht mag, darf die letzte Vermutung gerne einfach ignorieren.

Na ja, und ausserdem gab es kurz vor meiner Operation – wieder einmal – so ein kleines Erlebnis, bei dem mir ein Mensch, zu dem ich jahrelang mehr als fair, gerecht und freundlich gewesen war, einen Tritt ins Gesicht verpasste.

Wer mich kennt, der weiss, dass mir solche Dinge sehr lange sehr nahe gehen, und dass ich mir in solchen Fällen unendlich viele Gedanken darüber machen kann, was zum Henker eigentlich falsch läuft mit mir und der Welt. Überraschenderweise dieses Mal nicht. Dieses Mal dachte ich mir einfach nur: Du hast ganz andere Probleme. Ignorier‘ den Shit und sei für Dich selbst da, das ist viel wichtiger… was mir erstaunlich gut gelungen ist.

Für andere Menschen ist das vielleicht selbstverständlich… aber für mich ist das eine ganz erstaunliche Erfahrung.

Und wer weiß… vielleicht brauchte ich ja genau das. Vielleicht brauchte ich es einfach mal, dass mir jemand nochmal kurz vor meiner OP einen reinwürgt… damit mir endlich mal aufgeht, wie krass viel mehr ich für mich selbst da sein sollte.

Insgesamt und unter dem Strich kann ich auf jeden Fall feststellen, dass es mir viel besser geht. Von Antriebslosigkeit und Demotivation spüre ich nichts mehr. Kann natürlich sein, dass das alles wieder kommt, aber im Moment fühlt es sich nicht so an. Knock on wood.

Ich kann mir sogar die riesigen Kisten mit all den unverkauften Exemplaren von „Thanksgiver“ anschauen, ohne dabei mies drauf zu kommen… denn wenn ich nicht an die anderen Menschen denke (s.o.), dann muss ich sagen: Es ist das schönste letzte Geschenk, was ich meiner Mutter machen konnte… und es ist insgesamt ganz einfach das Schönste was ich machen konnte. Wer es nicht hören will, der ist selbst schuld.

Gut, ich habe eine Menge Geld verloren, aber was soll’s. Andere Menschen verlieren sehr viel Mehr Geld für sehr viel unsinnigere Dinge.

Kraft für Herrn K ist die Devise!

Musik im Allgemeinen…

Daraus folgt unmittelbar, ich möchte sehr gerne wieder Musik machen. Und ich werde auch sehr gerne wieder Musik machen.

Es folgt aber auch daraus, dass ich sie erst mal für mich und mein direktes Umfeld machen werde.

Wenn ich irgendwann mal wieder etwas Vorzeigbares habe, dann werde ich zu gegebener Zeit gerne auf die eine oder andere Art damit an die Öffentlichkeit treten… aber nicht vorher.

(Treuen Wegbegleitern und Freunden schicke ich natürlich trotzdem einen Link, wenn ich etwas Neues habe, zu dem ich gerne ehrliches Feedback möchte… ihr wisst, wer ihr seid ;-))

Ich weiss noch nicht, wo mich die Reise hinführen wird, und wie sich das dann anhören wird. Vom deutschen Singer/Songwriter-Outfit mit minimaler Low-Fi-Produktion über instrumentale Sachen zwischen Ambient und Jazz bis zum Neo-Prog-Pop/Wave-Projekt ist gerade alles drin, und ich bin gespannt, wo es mich hintreiben wird.

X marks the spot

…und Botany Bay im Besonderen

Thanksgiver“ war als letztes Album von Botany Bay konzipiert, produziert und aufgenommen, und das wird es auch bleiben.

Ursprünglich hatte ich noch eine kleine Chance gesehen, das Projekt irgendwie ein ganz kleines bißchen am Leben zu erhalten… aber Tatsache ist, dass Steffi und ich nun schon seit langer Zeit wieder getrennte Wege gehen, und dass ich mir ein besseres letztes Kapitel nicht wünschen kann – egal ob es die Leute kaufen oder nicht.

Nicht von ungefähr geht der Spruch: „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist“, und nicht „man soll aufhören, wenn es kommerziell am erfolgreichsten ist“.

Die Webseite, Bandcamp-Page und alles wird natürlich online bleiben, und mp3 & Vinyl lassen sich weiterhin erwerben – im letzteren Fall, solange der Vorrat reicht.

Blogging

Im Moment lasse ich drüben bei 7gebirge.de wieder meine Co-Blogger-Karriere zusammen mit Frau K. aufleben, und soweit lässt sich das ganz gut an. Wer also Dinge von mir lesen und sehen möchte, der ist da drüben ganz gut beraten.

Meine Co-Bloggerin, nebst Co-Bloggerinnen-Hund

Was ich mit diesem Platz hier mache… tja, das weiss ich noch nicht. Aus den oben erwähnten Gründen möchte ich nicht mehr Musik veröffentlichen, ehe ich vollkommen zufrieden damit bin und in meinem tiefsten Inneren spüre, dass es mir egal sein kann, wie die Welt darauf reagiert.

Es ist einfach so. Musik mit dem Ansinnen zu veröffentlichen, Begeisterung und Dankeswellen auszulösen, hat sich als überhaupt nicht nachhaltig erwiesen.

Und ich möchte auch nicht wieder in Versuchung kommen, lang und breit über Musik zu schreiben, statt einfach welche zu machen. Musik fällt also erstmal flach.

Fotos veröffentliche ich auch schon auf 7gebirge und auf flickr und auf pixelfed… noch eine Quelle an Bildern von Stephan braucht die Welt wirklich nicht.

Über Programmieren zu schreiben liegt mir irgendwie auch nicht so… und wer unbedingt wissen möchte, mit welchen esoterischen Retro-Computing-Eskapaden – fernab von allem gerade angesagten Quatsch – ich meine Freizeit verbringe, der kann ja einfach meinen github-Account durchwühlen 😉

Im Moment fällt mir also nur ein, den Platz hier so zu lassen, wie er ist… und wenn ich eine neue Idee habe, dann geht es hier irgendwie weiter… oder natürlich, falls einer meiner geschätzten Leser eine Idee hat. Die Kommentarfunktion bleibt an 😉

Es bleibt mir somit nur, mich für die vielen lieben Wünsche zu bedanken, und für die Anteilnahme wenn es nicht so lief wie es hätte laufen sollen…

In diesem Sinne: Keep breathing!

Apropos Arzt…

Wenn ich’s mir raussuchen kann, dann hätte ich gerne, dass ich fürderhin mit „Eure Durchlaucht Fürst von und zu K-Burg, der Ungehörte, Vater von Bienen, Erschaffer von Musik, Zähmer von Candor,  Wiedereinfänger von Buba“ aufgerufen werde.

Ob das wohl möglich ist?



Alles doof

Ausser natürlich Candor (oben im Bild), Frau K. und Buba K. (nicht im Bild) und einige andere ausgewählte Liebmenschen und -tiere.

Aber ansonsten… nun ja, die Herr-K.-Gesundheit ist nicht so, wie sie sollte, seit einiger Zeit schon nicht.

Und nach etlichen Untersuchungen und Rücksprachen habe ich jetzt auch die Gewissheit, dass ich mich demnächst – und zwar besser früher als später – von meiner Schilddrüse verabschieden darf. Nichts Schlimmes, vollkommen harmloser Routineeingriff, wurde mir gesagt.

Aber… nun ja, ich trag‘ das Ding jetzt seit 46 Jahren mit mir rum, da wird man schnell etwas grüblerisch und sentimental. Mit ein bißchen Glück kann ich aber danach wieder singen, das wäre immerhin mal was.

Ach, Firlefanz, Papperlapapp, ich zeige euch lieber noch ein paar Candor-Bilder. Candor macht nämlich glücklich.

Wilko Johnson

Wilko Johnson ist der Ex-Gitarrist von Dr. Feelgood… eine Band, welche meine älteren Leser vielleicht kennen. Die Gruppe hatte in den 70er Jahren mehrere Hits und war sowohl richtungsweisend als auch wegbereitend für die Entstehung der Punkrock-Szene.

Johnson prägte den frühen Stil der Band mit seiner speziellen, trockenen und doch gleichzeitig nuancierten Gitarren-Spielweise, bei der er Fingerpicking und Strumming geschickt miteinander kombinierte. Er stieg 1977 bei Dr. Feelgood aus und war fortan sowohl solo als auch in etlichen anderen Bands (darunter Ian Dury and the Blockheads, ebenfalls für meine älteren Leser ;-)) unterwegs.

Und auch die jüngeren meiner Leser kennen ihn vielleicht – er gab in der ersten Staffel von Game Of Thrones sein Schauspieldebüt in der Rolle des Ser Illyn Payne.

Ende 2012 erfuhr Johnson, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war und noch ungefähr neun Monate zu leben hatte. Er entschied sich gegen Chemotherapie und gab kurze Zeit später im BBC Frühstücksfernsehen dieses, wie ich finde, sehr beeindruckende und berührende Interview:

Nun ist mir durchaus bewusst, dass das Internet voll von inspirierenden Stories ist, über Menschen, die sich mit ihrer Krankheit abfinden, dem Ende entgegensehen und das beste aus ihrem Leben machen und Carpe Diem und all die üblichen Gemeinplätze. Und noch schmerzlicher ist mir, durch meine eigene Familiengeschichte, bewusst, dass es nicht so laufen muss… dass Menschen unter Umständen monate- und jahrelang sterben, in Schmerzen und in Verzweiflung, und ohne dem Leben vorher jemals noch irgendetwas Gutes abgewonnen zu haben.

Trotzdem muss ich sagen, diese Interview mit Wilko Johnson ist etwas Besonderes.

Es ist wahrhaft inspirierend, ihn reden zu hören… wie er vollkommen natürlich und frei raus von seinem Teleskop erzählt, von seiner Abschiedstournee, und davon, wie ihm Katzen und Mülleimer auf der Straße etwas bedeuten.

Noch beeindruckender an der Sache ist, dass Johnson ein Jahr später immer noch am Leben war – und dass erst zu diesem Zeitpunkt entdeckt wurde, dass seine Art von Bauchspeicheldrüsenkrebs operabel ist. In einer elfstündigen Operation wurde ihm daraufhin ein 3kg-Tumor entfernt. In einem Interview – wieder im Frühstücksfernsehen des BBC, dieses Mal zwei Jahre später – redet er über seine Erfahrung:

Tja, was soll ich weiter sagen. Ich weiß, Klischee, aber trotzdem:

Carpe Diem!


P.S: Johnsons Abschiedsalbum, zusammen mit Roger Daltrey von The Who aufgenommen, ist übrigens sehr hörenswert. Es klingt irgendwie nicht wie das Album eines Mannes, der weiss, dass er noch ein paar Monate zu leben hat.

Es klingt wie das Album eines Mannes, der einfach nur Spaß daran hat, Musik zu machen.

Nette Bea, aber es kippt!

Wir befinden uns in einem kleinen Häuschen in der Nähe des Goting-Kliffs auf der Insel Föhr. Draußen fegen orkanartige Windböen durch die Straßen, wühlen das Meer auf und peitschen Regen und Gischt in die Gesichter all jener Menschen, die – je nach Sichtweise – entweder so verwegen oder so unvorsichtig sind, sich jetzt im Freien aufzuhalten.

Frau K., die Hunde und ich, wir haben unseren Patrouillengang am Kilff glücklicherweise schon vor einiger Zeit hinter uns gebracht, sitzen jetzt sicher und aufgewärmt in unserer Unterkunft und fragen uns, was wir mit dem Rest vom Tag am geschicktesten anfangen können.

Da fällt mir spontan ein, dass ich ja noch ein Inkognito-Konto bei der Fotocommunity – Deutschlands größter und ältester und galeriewyrdigster Hobbyknipser-Plattform – unterhalte, welches ich mir vor langer Zeit neben meinem eigentlichen Konto extra für Fotos von unserer Lieblingsinsel im hohen Norden angelegt hatte („Oluf Braren“ ist der Name eines nordfriesischen Landschaftsmalers, der auf Föhr geboren wurde, wirkte und starb, ohne dass die Welt zu Lebzeiten groß Notiz von ihm nahm; er schien mir als Pseudonym damals irgendwie passend, vermutlich hatte ich gerade mal wieder Musik veröffentlicht oder so…)

Ich krame also ein bißchen auf meiner Festplatte und finde tatsächlich meine Zugangsdaten für eben jenes Konto wieder. Ich melde mich an und werde sogleich gewahr, wie viel und gleichzeitig wie wenig sich seit 2012 bei der Fotocommunity gändert hat.

Vor sieben Jahren nämlich – und damit wirklich rein zufällig zu jenem Zeitpunkt, als meine Aktivitäten auf der „FC“ endgültig zum Erliegen kamen – wurde die einst stolze Plattform vom Weka-Verlag geschluckt, und es geschah, was anscheinend immer geschehen muss, wenn ein großer Verlag eine Online-Plattform kauft: Die Plattform wird als Werbeträger mißverstanden, jedes verfügbare Stück Screen Real Estate wird in der Folgezeit penetrant mit animierter Bannerwerbung und „Fireplaces“ (so heißt im Werbefuzzi-Neusprech jene aufdringliche Unverschämtheit, die sich einmal als Rahmen um den eigentlichen Content legt) zugemüllt, und wenn man wirklich ganz enormes Pech hat, dann grinst einem auf irgendeiner dieser Anzeigen aus dem Bodensatz des Werbe-Backfills auch noch Frank Thelen entgegen.

Wenn die Werbung auf Deiner Plattform mehr Platz einnimmt als der eigentliche Content, dann weisst Du, dass Du besser jemand gefragt hättest, der sich damit auskennt.

Nun steht die FC mit diesem Schicksal nicht allein da, und man kann ihr auch nicht wirklich einen Vorwurf daraus machen… ich war selbst einmal bei einer ganz ähnlichen Plattform angestellt, der es nach dem Aufkauf durch einen großen Verlag ganz genau so erging… und ich weiß aus eigener leidlicher Erfahrung, wie anstrengend und hoffnungslos sich der Kampf gegen Windmühlen gestaltet, wenn man selbst in dem System gefangen ist.

Ich könnte jetzt also weiter ätzen und kritisieren und nerven… und weiter darüber dozieren, wie es die Zeit mit der FC nicht gut gemeint hat, wie die falschen Dinge geändert und die ganz enorm hoffnungslos falschen Dinge beibehalten wurden.

Aber Tatsache ist, dass ich der Fotocommunity, in der ich mich vor 15 Jahren (!) zum ersten Mal anmeldete, irrsinnig viel zu verdanken habe.

Es wären zwei bis drei sehr lange Geschichten, und es würde jeglichen Rahmen sprengen, sie hier in aller Ausführlichkeit zu erzählen (tatsächlich habe ich im ersten Entwurf dieses Artikels den Versuch unternommen… das war vorgestern, und dann wurde mir klar, dass ich die nächsten zwei Wochen lang schreiben würde, und ich habe es wieder bleiben lassen). Zusammengefasst ist es folgerndermaßen:

Ich habe über die FC Menschen und Sichtweisen kennen gelernt, die meinen Horizont erweitert haben. Frau K. und ich, wir zählten auf dieser Plattform lange zu den bekannteren Gesichtern, und es war spannend und inspirierend.

Ich wäre ohne die Fotocommunity nie ins Rheinland gezogen, und ich hätte nie im Imaging-Business gearbeitet. Und dies nicht etwa über Umwege oder Inspiration, sondern tatsächlich, weil die FC und ihre Mitarbeiter selbst und direkt einen großen Anteil daran hatten.

Und, was noch unendlich viel schwerer wiegt: Ich hätte ohne die Fotocommunity nie Frau K. kennengelernt.

Mein Leben wäre ohne diese Plattform ein völlig anderes. Ich würde jetzt nicht auf der Insel sitzen, Bubas Bauch kraulen und auf eine wunderbare und aufregende Zeit zurückblicken.

Ich wäre ein anderer Mensch mit einem anderen Leben.

Natürlich gibt es Gründe, warum Frau K. und ich inzwischen nicht mehr in der Fotocommunity aktiv sind.

Einer der Kommentatoren für mein Inkognito-Konto wünscht mir „viel Spass beim Bewerten und Bewerten lassen“, und da haben wir es auch schon: Wir verspüren einfach überhaupt keine Lust, unseren künstlerischen Output irgendwie bewerten zu lassen, und schon gar nicht von gewissen Gestalten, die nicht das geringste davon verstehen.

Es gab, so kann ich mich dunkel erinnern, noch diverse andere Gründe… die Art und Weise, wie damals mit J. umgesprungen wurde (einem wirklich sehr genialen Aktfotografen und Künstler, für den Modell zu stehen auch Frau K. und ich die Ehre hatten, und der rausgeekelt wurde, weil gewisse Menschen seine Bilder als bedrohlich und gewaltverherrlichend empfanden), der doppelmoralische Umgang mit Männer-Aktfotografie (zumindest damals… ich weiß nicht wie es heute ist), und nicht zuletzt die vollkommen alberne „Galerie“ und das Voting … aber das ist alles Geschichte, ich rege mich über derlei Dinge schon lange nicht mehr auf, und die Welt dreht sich weiter.

Und trotzdem sitze ich jetzt auf meiner stürmischen Insel und entsinne mich sehr deutlich und mit einem ordentlichen Stück Melancholie daran, wie ich meine ersten zögerlichen Schritte auf der Fotocommunity tat… wie sich das alles entwickelte, wie diese Plattform unglaublich wichtig für mich wurde, und wie sie dann viele Jahre später in der Bedeutungslosigkeit versank.

Vielleicht lade ich doch mal wieder ein paar Bilder dort hoch. Und vielleicht lasse ich mir auch gerne mal wieder was von der „Bea“ erzählen, oder dass der Horizont kippt, die Schärfe fehlt, die Regel zum goldenen Schnitt verletzt wurde und das Bild – contra! – nicht galeriewyrdig ist.

Der alten Zeiten wegen.


War ganz toll, hätte nicht sein müssen

2018 war ein Jahr der Gegensätze.

Es sind Dinge geschehen, die mich sehr glücklich machen… aber auch solche, die bei mir vermutlich auch in Jahren noch verständnisloses Kopfschütteln auslösen werden. Gegebenheiten, die mich durchaus Hoffnung schöpfen lassen und Erfahrungen, bei denen ich allmählich resigniere.

Es wird Zeit, eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen, und meine persönliche Liste mit Tops und Flops aus dem Jahre 2018 ins Netz zu stellen.

Das Schöne an solchen Listen ist – selbst wenn die „Flops“-Seite dazu verleitet, Gift und Galle zu spucken, so hat man doch gleich auf der linken Seite etwas dazu stehen, was einem sagt: „Siehst Du wohl… ist gar nicht so schlimm“.

Trotzdem, für das nächste Jahr, mehr links und weniger rechts… wäre mir sehr lieb.  

War ganz tollHätte sowas von überhaupt
nicht sein müssen
❤️ Frau K. ❤️Menschen, die sich für etwas
Besseres halten.
Das beste Hunderudel der Welt
Den ganzen Sommer lang
erfolglos nach einem neuen
Zuhause suchen.
Cosi!Herzwürmer bei Candor
Candors vollständige GenesungRathaus Bad Honnef
Picknick-Abende
auf der Dorfwiese
(mit Blutmond-Extra!)
Den Geburtstag allein verbringen
Reiten lernen!Renate Weber Immobilien
„Thanksgiver“ veröffentlichen„Thanksgiver“ verkaufen müssen
Das Blog neu startenDrei Herzchen für Chrissie
Mit netten Menschen lange
Sommernächte auf der 
Pferdewiese verbringen
Twitter
Beim besten Brötchengeber der 
Welt angestellt sein.
Kunden, die uns einen Sommer
lang durch brennende Reifen
springen lassen.


Outtakes (3): I’ll Fall In Love Again (Demo)

„I’ll Fall In Love Again“ war der erste Song, der bewusst für das neue Album geschrieben wurde… noch lange, bevor uns klar war, in welche Richtung sich dieses Album schließlich entwickeln würde.

Als Thanksgiver dann immer deutlichere Formen annahm, passte dieser Song irgendwann einfach nicht mehr, und wir hörten auf, weiter daran zu arbeiten.

Trotzdem mag ich ihn sehr, denn er zeigt noch einmal sehr schön unsere „poppige“ Seite, und er unterstreicht sehr deutlich Steffis wunderbare Fähigkeit, sich in so gut wie alles, was ich schreibe, vollständig einzufühlen und es mit Leben zu füllen…

Zumindest die erste Strophe des Songs ist übrigens inspiriert von der traurigen Geschichte einer (damals noch) sehr engen Freundin, die ihren damaligen (und auch noch heutigen) Partner dabei erwischt hatte, wie er sie nach Strich und Faden belog und betrog. Natürlich habe ich ihr das Lied nie gezeigt, und sie würde auch nie auf die Idee kommen, freiwillig Musik von mir zu hören oder gar im Netz danach zu suchen. Allerdings machte sie damals leider den Fehler, mich um Rat zu fragen – und die Geschichte ging aus, wie solche Geschichten immer ausgehen (siehe: alle Klammern in diesem Absatz)… auch ein Grund, das Lied eher nicht auf dem Album unterzubringen.

Wie gesagt, ich mag es trotzdem. 

Outtakes (1): Visionary Man

(Stephan in seiner besten David-Tennant-Imitationsstimme):

So, Outtakes.

Outtakes, ey? Outtakes.

Ouuuuuut-takes. Outtakes! 

Outtakes, outtakes, outtakes, outtakes, outtakes, outtakes… outtakes!

Ja, ok, ich komm wieder runter. Wir fangen an mit dem ältesten Song, der auf unsere neue Platte gekommen wäre, wenn er denn drauf gekommen wäre, was er nicht ist.

„Visionary Man“ war einer der Tracks, die ich nach 2013 für ein steffi-loses Botany Bay schrieb und schließlich auch aufnahm.  Aus mehreren Gründen geriet dieses Vorhaben zur mittleren Katastrophe. Steffis „Nachfolgerin“ war für mich schon bald auf sehr vielen Ebenen unerträglich… und das, was ich schließlich veröffentlichte (das Beitragsbild zeigt das Original-Coverartwork von Elektroll, CC-BY), wurde dann auch hauptsächlich ignoriert bzw. von ein paar netten Menschen auf Diasp*ra  zerrissen.

Tja, was soll ich sagen, sie hatten recht. 

Im Bild: Steffi (hinten) und Buba (vorne)… zwei Frauen, denen man nicht so leicht widerspricht…

Als Steffi und ich uns wieder gefunden hatten und schließlich durchhörten, was wir inzwischen so an Musik geschrieben hatten und für unser neues Album eventuell verwenden könnten, stolperten wir auch über „Visionary Man“. Steffis spontane Meinung war: „Wow, den möchte ich gerne machen…“

Und ich so: „Nee, lass mal, das war ziemlich scheiße damals…“

Und sie so: „Aber das ist ein toller Song!“

Ich so: „Ja, es könnte ein toller Song sein, aber dann müsste man ihn praktisch neu aufnehmen und alles anders machen.“

Und daraufhin wieder sie so: „Dann lass uns das machen! Hopp, ich helf‘ Dir auch. Na komm schon, los, fangen wir an, wird’s bald?!“

Wie der geneigte Leser an dieser Stelle eventuell ahnt, ist es äußerst schwierig und mitunter auch töricht, Steffi zu widersprechen. Und so gingen wir hin, und nahmen „Visionary Man“ quasi vollkommen neu auf (vom ursprünglichen Song blieben genau 3 Spuren übrig). 

Hier ist er, im Prinzip fix und fertig abgemischt:

Dass er schließlich nicht auf „Thanksgiver“ kam, hat mehrere Gründe. Der wichtigste und offensichtlichste Grund: Er passt einfach nicht darauf, weder stilistisch noch thematisch noch sonst irgendwie. 

Und der andere Grund: „Visionary Man“ handelt von einem hierzulande aus Boulevardpresse, Casting-Shows und Backfill-Werbebannern (mittlerweile) relativ bekannten Seriengründerdarsteller, dessen größtenteils unverdienten Ruhm zu mehren ich vor langer Zeit einmal das ganz außerordentliche  Missvergnügen hatte, und dessen Name hier nicht genannt werden soll. Ich hatte schon damals beim Schreiben der Lyrics das ungute Gefühl, dass diese Person nicht auch noch ein Lied von mir verdient hatte, und dass ich eher über wichtige Dinge schreiben sollte… und heute denke ich das noch viel mehr. 

Aber auf der anderen Seite ist der Song ein schönes Beispiel dafür, dass wir auch ganz anders klingen können, dass Steffi ganz großartige Backing Vocals arrangieren kann, und dass ich auch zu einer ganz anderen Art der Musikproduktion imstande bin (die mir durchaus auch Spaß gemacht hat). Und außerdem hat die Coda ein großartiges Saxophonsolo von jenem Ernst Nellessen, der schließlich auch weite Teile von ‚Thanksgiver‘ mit Klarinette und Saxophon verzaubern sollte. Allein deshalb hat der Song es verdient, auch mal gehört zu werden. In diesem Sinne… viel Spaß damit!