Frohes neues Jahr!

Frau K., die Wuffs und meine Wenigkeit befinden sich gerade auf der schönen Insel Föhr, um ein bisschen die Seele baumeln zu lassen und der Knallerei zu entfliehen.

Wie man auf dem Beitragsbild oben sehen kann, war das auch eine sehr gute Idee. Es gibt zwar leider auch auf der Insel ein paar Knallbürger, aber es sind lang nicht so viele wie im lauten Rheinland. Tatsächlich ist die Insel zum Jahreswechsel voll mit Hunden und ihren Besitzern, und die meisten von ihnen haben ein Bewusstsein dafür, was für eine gigantische Tierquälerei so ein Silvesterfeuerwerk ist.

In Rhöndorf, wo die Menschen auch das sonstige Jahr über jede noch so kleine Gelegenheit zum laut-was-in-die-Luft-Jagen beim Schopfe packen, braucht Buba K. nach einer Silvesternacht im Schnitt drei bis vier Tage, um sich vom Schock zu erholen und sich wieder unter die Menschheit zu trauen. Hier auf Föhr hingegen war sie am nächsten Tag schon wieder topfit und unternehmungslustig. Und Candor hat es sogar geschafft, den Jahreswechsel vollkommen zu verpennen. Hmmmm... doch in den Norden ziehen...?

Topfit ist leider nicht das, was man von Frau K. und mir behaupten kann. Erst hatte ich mir eine fette Erkältung eingefangen (wir waren vorher ein Woche im Hundehaus, ich habe die Woche quasi im Bett verbracht), und jetzt schlägt sich Frau K. damit herum. Glücklicherweise ist es bei ihr nicht so schlimm wie bei mir... aber es ist trotzdem sehr ärgerlich.

Da es aber zu unseren gar nicht so zahlreichen guten Vorsätzen für das neue Jahr gehört, nicht mehr so sehr mit unserem Schicksal zu hadern, egal, was es uns vor die Füße zu werfen gedenkt, hier einfach noch ein paar weitere ausgesprochene Erkältungs-Trotzbilder von der Insel:

Meine Werkzeuge der Wahl für diesen Aufenthalt sind übrigens die süße kleine Olympus E-PL7 und Sigmas gewichtiges Foveon-Schlachtross, die sd quattro – zwei Kameras, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und zwar in so ziemlich jeder möglichen Hinsicht. Wer eine Herausforderung sucht, der, kann ja schon mal schauen, ob er errät, welches Bild mit welcher gemacht ist... ein zukünftiger Artikel auf diesen Seiten wird sich auf jeden Fall mit dieser durchaus interessanten Erfahrung näher auseinandersetzen... 😉

Und da ich mir nicht sicher bin, ob ich hier im Norden nochmal zum Bloggen komme, wünsche ich meinen Lesern bis spätestens dahin schon mal von Herzen ein frohes neues Jahr!

P.S.: Für diejenigen, die diesen Beitrag zum zweiten Mal lesen: Ja, richtig beobachtet, ich musste leider die schönen Galerien wieder entfernen und durch einzelne Bilder ersetzen. Galerien sind in WordPress 5.0.2 leider zu nichts zu gebrauchen, da sie für die Thumbnails immer das Bild in Originalgröße laden und dann per CSS skalieren lassen (für die Nicht-Techies: Sie verbrauchen unnötig und irrsinnig viel Bandbreite und laden Ewigkeiten). Weiss echt nicht, wie man auf so eine Idee kommt.

9+

Tschüssn!

So, Frau K. und ich, wir sind dann mal weg, die nächsten paar Wochen über.

Und dieses Mal kommt das komplette Rudel mit... das heißt, Candor wird auch nicht in Vertretung bloggen können.

Deshalb möchte mich hiermit an dieser Stelle von allen alten und neuen Lesern verabschieden, und mich ganz herzlich für die Besuche und die motivierenden Kommentare bedanken.

Ganz besonders bedanken möchte ich mich aber bei denjenigen, welche die Musik anhören bzw. angehört haben. Und insbesondere für diese habe ich zu diesem Anlass einen obskuren Track ausgegraben (und für die notorischen Unbekannte-Musik-Ignoranten natürlich prinzipiell auch, aber die haben vor 23 Wörtern eh schon zu lesen aufgehört).

"All That Love" schrieb ich vor noch gar nicht so langer Zeit nicht für sondern vielmehr über einen ehemals engen Freund, der im Folgenden M. genannt werden soll.

M. war für mich da gewesen, als es mir sehr schlecht ging. Er und seine Familie waren unglaublich lieb und fürsorglich zu mir und hatten jederzeit ein offenes Ohr für mich... oder eine Flasche Wein, die man zusammen leeren und ein Sofa, auf dem ich daraufhin übernachten konnte. Ich weiß noch, wie mich diese selbstverständliche Liebe und Sympathie zu gleichen Teilen schier übermannte und auch neidisch machte – meine eigenen Beziehungsgeschichten waren zu jenem Zeitpunkt einfach nur eine einzige große und komplizierte Katastrophe gewesen.

M. war einer meiner ersten neuen Freunde nach meinem Umzug aus Heidelberg ins Rheinland; er war einer der ersten aus dem Rheinland (von Laura natürlich mal abgesehen), die sich für meine Musik interessierten, und er wurde in der Folgezeit zu einem großen Fan von Botany Bay. Und er war einer, mit dem man ebenso philosophieren als auch Pferde stehlen konnte; einer, von dem ich dachte, es würde nie irgendwas zwischen uns kommen.

Hätte ich damals einen Song geschrieben, in dem es um ihn gegangen wäre, er hätte es sofort gemerkt, vermutlich noch vor mir selbst.

Etwas über 11 Jahre später haben wir kaum noch Kontakt. Wir haben uns schlicht und einfach aus den Augen verloren. Ich bin deshalb nicht etwa eingeschnappt... das Leben (und insbesondere mein Leben) tut nun mal derlei Dinge, und ich war noch nie besonders gut darin, Kontakt zu halten. Die Familie, die mich damals unter ihre Fittiche genommen hatte, gibt es in dieser Form nicht mehr... ebenfalls der Lauf der Dinge, gegen den ich nur schwerlich etwas einwenden könnte, mit all den Brücken, die ich hinter mir abgerissen habe.

Und die Musik... nun ja. "All That Love" war eines der letzten Stücke, die ich mit Steffi vor ihrem zeitweiligen Ausstieg aufnahm. Als ich es zum ersten Mal auf Soundcloud veröffentlichte und im (damals noch existenten) Botany Bay Blog verlinkte, hatte Botany Bay bereits den Großteil seiner Hörerschaft eingebüßt; als Feedback gab es dann auch den damals üblich werdenden einsamen Like auf Soundcloud, und die ebenso üblich werdenden ein bis zwei Kommentare auf dem Blog.

Nichts davon war von M. Er verfolgte meinen musikalischen Werdegang schon seit geraumer Zeit nicht mehr.

Ich schickte ihm den Link irgendwann mal per SMS, und es kam zurück, es sei prinzipiell ein guter Song, aber viel zu langsam, ihm sei nach etwas Schnellerem. Dass er selbst Thema des Songs war, das hatte er nicht bemerkt.

Ich bin, wie gesagt, nicht böse. Ich bin traurig, dass gute Zeiten vorbeigehen. Dass die Dinge endlich sind. Aber so ist es nun mal, und vielleicht ist das auch die Lehre, die wir aus diesem Song und der Geschichte dazu ziehen sollten: Haltet euch fest, habt euch lieb, macht tolle Sachen miteinander, genießt die kurze Zeit, die wir auf dieser Erde haben... und macht was daraus.

In diesem Sinne, frohe Weihnachten und bis nächstes Jahr!

all that love

do you remember how you took me in?
you gave me shelter from the cold
you sat by my side and listened
when there was no one else around
i still remember all the warmth you gave
out of that different world of yours
orange glistening autumn river
flowing on forevermore
and you'll never know
how much i envied you

for all that love
for all that love

for all that love
for all that love

and i remember how you listened
to all the songs we used to sing
you were so different from the others
who just could not feel a thing
now people might pat you on the back
but they don't know who you are
and they forget you all too easily
looking for some brighter star
and you'll never know
how much i envied you

for all that love
for all that love

for all that love
for all that love

for all that love
for all that love

7+

Neuer Mitbewohner

Naja, neu, was heißt neu... vermutlich wohnt er schon länger hier als wir, und vermutlich hat er jede Menge Menschen kommen und gehen sehen.

Aber wir haben ihn auf jeden Fall erst vor einigen Wochen entdeckt und –seitdem wir wissen, wo er wohnt – immer mal wieder getroffen. Gestern Abend hatte ich dann endlich mal die Muße, ihn zu fotografieren...

Zumindest Candor hat übrigens gebührenden Respekt vor ihm. Vermutlich hat er schon Erfahrungen mit Feuersalamandern gesammelt. Bei Buba wissen wir's noch nicht, deshalb wird sie im Zweifelsfall an die kurze Leine genommen... 😉

7+

War ganz toll, hätte nicht sein müssen

2018 war ein Jahr der Gegensätze.

Es sind Dinge geschehen, die mich sehr glücklich machen... aber auch solche, die bei mir vermutlich auch in Jahren noch verständnisloses Kopfschütteln auslösen werden. Gegebenheiten, die mich durchaus Hoffnung schöpfen lassen und Erfahrungen, bei denen ich allmählich resigniere.

Es wird Zeit, eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen, und meine persönliche Liste mit Tops und Flops aus dem Jahre 2018 ins Netz zu stellen.

Das Schöne an solchen Listen ist – selbst wenn die "Flops"-Seite dazu verleitet, Gift und Galle zu spucken, so hat man doch gleich auf der linken Seite etwas dazu stehen, was einem sagt: "Siehst Du wohl... ist gar nicht so schlimm".

Trotzdem, für das nächste Jahr, mehr links und weniger rechts... wäre mir sehr lieb.  

War ganz tollHätte sowas von überhaupt
nicht sein müssen
❤️ Frau K. ❤️Menschen, die sich für etwas
Besseres halten.
Das beste Hunderudel der Welt
Den ganzen Sommer lang
erfolglos nach einem neuen
Zuhause suchen.
Cosi!Herzwürmer bei Candor
Candors vollständige GenesungRathaus Bad Honnef
Picknick-Abende
auf der Dorfwiese
(mit Blutmond-Extra!)
Den Geburtstag allein verbringen
Reiten lernen!Renate Weber Immobilien
"Thanksgiver" veröffentlichen"Thanksgiver" verkaufen müssen
Das Blog neu startenDrei Herzchen für Chrissie
Mit netten Menschen lange
Sommernächte auf der 
Pferdewiese verbringen
Twitter
Beim besten Brötchengeber der 
Welt angestellt sein.
Kunden, die uns einen Sommer
lang durch brennende Reifen
springen lassen.


8+

Nenn mich altmodisch...

Hey, Apple, altes Haus, nenn' mich altmodisch, aber

  • ich würde gerne neue Programme installieren statt mir irgendwelche Apps zu holen. "Holen" tut man sich einen Schnupfen, oder die Pest oder ne Flasche Bier aus dem Kühlschrank. Und "Apps" ist im Jahre 2018 das Wort für "so ein bisschen wie ein richtiges Programm von früher, aber in klein und billig, und deshalb müssen wir euch auch nicht dafür bezahlen" (mein Brotjob ist App-Entwicklung; ich weiß leider sehr gut, wovon ich rede)
  • es ist schön, dass es den Dunkel-Modus jetzt endlich gibt, aber ich kann mich erinnern, Dich danach schon vor knapp 17 Jahren gefragt zu haben. Und irgendwie antwortest Du nie, wenn man Dich nach etwas fragt, und unter anderem deshalb....
  • ...habe ich Dir auch nie das "Du" angeboten. Aber
  • wenn Du mich schon mich schon unbedingt mit 'Du' anreden musst, dann wäre Großschreibung echt toll. So vong Respekt und Höflichkeit her. Und außerdem 
  • hätte ich den ganzen Kram gerne nicht immer wieder ungefragt auf meinem Desktop. Wenn ich sowas wollte, dann hätte ich mir genau so gut einen PC mit Windows zulegen können. 

4+

Outtakes (4): For Chrissie

Im simpelsten Fall entstand ein neuer Song von Botany Bay ungefähr so: Ich spiele Steffi eine neue Idee am Klavier vor, und wir schauen dann zusammen, was wir daraus machen. Oder ich nehme eine neue Idee auf, schicke sie ihr per Mail/Dropbox, und wenn wir uns das nächste Mal treffen, hat sie schon eine Idee zum Text und ein paar Arrangier- und Änderungswünsche.

So ähnlich war auch "For Chrissie" gedacht, nur dass wir über die allererste Phase (neue Idee aufnehmen und Steffi schicken) nie wirklich hinaus kamen, was auch daran liegen mag, dass – obwohl die Thematik im Prinzip frei und wandelbar gewesen wäre – in diesem Fall die Inspiration zu der kleinen Melodie so schwer wog, dass der Text nur in eine Richtung hätte gehen können, und niemandem von uns etwas dazu einfallen wollte.

Wer ist also Chrissie, und warum hat sie mich zu dieser Melodie inspiriert?

Chrissie war eine Hündin aus Bulgarien, die – wie auch Buba und Candor – von einer dortigen Tierschutzorganisation von der Straße gerettet und nach Deutschland vermittelt wurde.

Nun gibt es viele Straßenhunde, die sich mit ihrem Schicksal arrangiert haben und auf der Straße relativ gut klar kommen. Chrissie allerdings gehörte nicht dazu, und Bulgarien ist eine enorm feindselige Umgebung für Straßenhunde. Chrissie wurde wiederholt geschlagen und getreten, etliche ihrer Knochen waren gebrochen und gesplittert, und sie hätte ohne die aufopfernde Hilfe der bulgarischen Tierschützer nicht überlebt.

Doch all die Mühe war umsonst, denn ihre neuen, deutschen Eigentümer, hätten gerne einen anderen Hund gehabt.

Wie viele andere Hunde aus dem Tierschutz war Chrissie ängstlich, scheu und traumatisiert, und sie schnappte auch schon mal um sich, wenn sie keinen Ausweg sah. Sie hätte viel Geduld, Liebe und Entschlossenheit gebraucht, um ihre Wunden zu heilen. Stattdessen bekam sie eine tödliche Injektion von einem Tierarzt, der ihr Verhalten als unheilbare Störung diagnostiziert hatte – noch nicht mal einen Monat in Deutschland, bevor es zur Nachkontrolle durch die Tierschützer gekommen war, und ohne, dass ihre Besitzer jemals versucht hätten, Chrissie zurückzugeben, damit sie an erfahrene Menschen vermittelt werden konnte. Nach all ihren Verletzungen, nach allem Leid auf der Straße, nach all den Operationen, und nachdem es endlich so aussah, als ob es aufwärts ginge, wurde sie eben mal fix eingeschläfert, weil sie nicht so funktionierte, wie ihre Menschen das vorgesehen hatten.

Hier das Demo:

P.S.: Ja, es ist mir bewusst, dass solche Geschichten in Zeiten von Kampfhund Chico und seinen vollständig merkbefreiten Fans im –bekanntermaßen kaputten – Internetz einen falschen oder zumindest merkwürdigen Eindruck hinterlassen können. Aber ich weiß auch, dass meine Stammleserschaft auf schallundstillle.de zu einem durchaus differenzierten und kritischen Urteil fähig ist.

3+

Wochenende mit Randy

Ye olde home of schallundstille.de will remain closed over the weekend, as we're busy chilling & discovering Randy Newman.

Ehrlich, warum hat mir nie jemand erzählt, wie endlos genial der Mensch ist?

Apropos genial, ich sehe ja ein, dass "I'll Fall In Love Again" vermutlich nicht das allergenialste Stück Musik ist, das je komponiert wurde... aber jetzt mal ehrlich, drei einsame Herzchen? Da geht doch noch was, oder? Ich meine, so, vong Bloggingmotivation her und so...? Ich frag für einen Bekannten...

3+

Outtakes (3): I'll Fall In Love Again (Demo)

"I'll Fall In Love Again" war der erste Song, der bewusst für das neue Album geschrieben wurde... noch lange, bevor uns klar war, in welche Richtung sich dieses Album schließlich entwickeln würde.

Als Thanksgiver dann immer deutlichere Formen annahm, passte dieser Song irgendwann einfach nicht mehr, und wir hörten auf, weiter daran zu arbeiten.

Trotzdem mag ich ihn sehr, denn er zeigt noch einmal sehr schön unsere "poppige" Seite, und er unterstreicht sehr deutlich Steffis wunderbare Fähigkeit, sich in so gut wie alles, was ich schreibe, vollständig einzufühlen und es mit Leben zu füllen...

Zumindest die erste Strophe des Songs ist übrigens inspiriert von der traurigen Geschichte einer (damals noch) sehr engen Freundin, die ihren damaligen (und auch noch heutigen) Partner dabei erwischt hatte, wie er sie nach Strich und Faden belog und betrog. Natürlich habe ich ihr das Lied nie gezeigt, und sie würde auch nie auf die Idee kommen, freiwillig Musik von mir zu hören oder gar im Netz danach zu suchen. Allerdings machte sie damals leider den Fehler, mich um Rat zu fragen – und die Geschichte ging aus, wie solche Geschichten immer ausgehen (siehe: alle Klammern in diesem Absatz)... auch ein Grund, das Lied eher nicht auf dem Album unterzubringen.

Wie gesagt, ich mag es trotzdem. 

9+

The Falcon has landed

Mein lieber Freund und Ex-Kollege/Ex-Chef Christoph hat mir vor ein paar Monaten mit einer ganz besonderen Dauer-Leihgabe sehr große Freude bereitet... nämlich mit einem Atari Falcon 030.

Beim Falcon 030 handelt es sich um den letzten stolzen Desktop-Computer, den Atari herausbrachte, bevor sich die Familie Tramiel (in einem letzten verzweifelten Versuch, sich über Wasser zu halten) vollständig auf Spielkonsolen konzentriere... was den Untergang auch nicht aufhielt, aber das ist eine andere Geschichte.

Damals (1992), als der Falcon ein Ding war, waren Microsoft und die PCs schon längst auf dem Vormarsch, und die ehemals bunte Landschaft der alternativen Computerplattformen war am Verwittern und Verwelken. Ich besaß zu jener Zeit einen Amiga 3000, und ich weigerte mich immerhin noch bis 1996, mir einen PC zuzulegen... aber irgendwann war es so weit, Commodore und Atari waren pleite, den Mac konnte sich kein Mensch leisten, vom Archimedes/RISC PC hatte hierzulande  (leider!) kein Mensch etwas gehört... und die Geschichte nahm ihren Lauf. Immerhin hatte ich Linux auf meinem PC 😉

Doch einige Jahre zuvor noch, gegen Ende der 80er, sah es noch lange nicht nach einem Siegeszug der gesichtslosen 8086-Klone aus. Andere Plattformen wie der Amiga, der Atari ST, der Acorn Archimedes (wenn auch nur in England) und sogar der Apple Macintosh boten weitaus modernere Betriebssysteme, weitaus durchdachtere Hardware... und weitaus buntere, klangvollere Computerspiele. 

Zu jener Zeit gab es einen erbitterten Streit zwischen Atari ST- und Amiga-Fans, welche Plattform die "bessere" wäre. Das war ganz gespenstisch ähnlich wie der heutige Streit darüber, ob nun iOS oder Android das bessere Betriebssystem ist. 

Wenn man die Sache an der Oberfläche und aus Endanwender-Sicht betrachtet, dann kann man sicherlich sagen, der Streit war im Prinzip total Banane (ebenso wie der heutige), und jede Plattform hatte ihre Stärken und Schwächen.

Ich hatte mich damals für den Amiga entschieden, weil er das wesentlich fortschrittlichere Betriebssystem und die wesentlich fortschrittlichere Grafik-Hardware besaß (Multitasking, Co-Prozessoren und 4096 Farben gleichzeitig im Jahre 1988, das war schon sehr edel). Aber der Atari ST hatte natürlich auch seine Vorteile... er war wesentlich billiger, er konnte eine für die damalige Zeit extrem hochauflösende, flimmerfreie Grafik darstellen, und er war leichter zu programmieren. Und Spiele gab's für beide Plattformen sowieso jede Menge.

Nachdem ich einmal einen Amiga hatte, interessierte mich die Atari-Plattform nicht mehr besonders, lediglich die Veröffentlichung des Falcon nahm ich damals mit gesteigerter Aufmerksamkeit wahr, denn es war von den Spezifikationen eine echt nette Maschine. Da ich aber weder die Zeit noch die Mittel besaß, mich zusätzlich auch noch mit dem Falcon zu beschäftigen, vergaß ich die Maschine bald wieder.

Der Falcon. Und wie der Fachmann erkennen mag, mache ich schon eifrig Sachen damit...

Fast Forward, 26 Jahre später. Hier steht er jetzt also, der Falke, und wartet auf die Dinge, die da kommen mögen. Wie jedes meiner alten Schätzchen steht auch diese Maschine hier, weil ich ein bisschen darauf programmieren und hacken möchte. 26 Jahre später habe ich jetzt also die Gelegenheit, den Falcon doch noch ein bisschen kennenzulernen und mir meine eigene Meinung zu bilden, welches die bessere Plattform war.

Zunächst waren ein paar Reparatur- und Aufrüstungsarbeiten vonnöten. Die eingebaute Festplatte ersetzte ich durch eine CF-Karte mit IDE-Adapter... nennt mich versnobt, aber ich kann es nicht mehr ertragen, wenn sägende Festplattenmotorengeräusche aus meinem Rechner kommen.

Dann stellte sich heraus, dass der NVRAM-Chip hinüber war (der Uhrzeit und wichtige Systemeinstellungen speichert). Eigentlich nicht schlimm, man bekommt den Falcon trotzdem gestartet, aber kaputte Timestamps nerven beim Programmieren und Hantieren mit Makefiles doch ziemlich. Also wurde der Chip ausgelötet, an seiner Stelle ein Sockel eingesetzt (so ziemlich alles im Falcon ist gesockelt, nur der bescheuerte NVRAM-Chip nicht) und mit einem neuen Chip versehen. Außerdem wurde der nervige Lüfter abgeklemmt, denn ohne Festplatte wird der Falcon nicht nennenswert heiß und kommt auch ohne Lüfter aus.

Nach ein paar Wochen lief der Falcon also flüsterleise und perfekt wie am ersten Tag. Höchste Zeit, ein für alle Mal die Frage zu klären, welche Plattform ich lieber mag: Amiga oder Atari 😉

Also demnächst, exklusiv auf Schall und Stille... Amiga 1200 gegen Falcon, 26 Jahre später.

(Wenn jemand Interesse daran hat, oder wenn das nicht so ist und ich trotzdem Lust darauf verspüre 😉 )

6+