Saturday, 6 February 2016

Wednesday, 16 December 2015

Saturday, 31 October 2015

Thursday, 29 October 2015

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Schon seltsam

Mir ist gestern eine interessante Sache aufgefallen.

Es schlagen drei Herzen in meiner Brust.

  1. Ich bin Softwareentwickler.
    Damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt… und nicht nur das, es macht mir (den richtigen Arbeitgeber vorausgesetzt; momentan hab ich da tatsächlich sehr großes Glück) sogar Spaß.
    Ich programmiere seit Mitte der 80er Jahre… bin iOS-Entwickler, seitdem es iOS gibt, davor habe ich für den Mac entwickelt und davor für NextStep. Man könnte sagen, ich kenne die Plattform noch aus einer Zeit, wo der Großteil der Apple/Mobile-Prominenz von heute noch den Kindergarten besucht hat oder Visual Basic für ne tolle Idee hielt.
    Davon abgesehen sammle ich leidenschaftlich gerne alte Hardware (z.B. alle möglichen 8-Bit-Exoten) und programmiere sie, einfach so zum Spaß und zur Entspannung.
    Ich würde nie darauf kommen, das alles an die große Glocke zu hängen, ein Blog dazu aufzumachen oder mich auf einschlägigen sozialen Netzwerken als bärtigen Programmier-Guru und Computer-Archäologen mit 20+ Jahren Erfahrung in maschinennaher Programmierung zu stilisieren… obwohl ich es vermutlich mit einigem Recht tun könnte.
    Es ist mir tatsächlich vollkommen egal, ob das jemanden interessiert oder nicht.
    Ich könnte zig neue Spiele/Utilities/Diversions für den C64, Acorn RiscPC, Apple IIGS und BBC Micro veröffentlichen, die ich alle in meiner Freizeit als Gehirntraining und Entspannungsübung programmiert habe, aber ich bin einfach zu faul dazu, und ich seh auch nicht die Notwendigkeit
  2. Beinahe gleichauf aber ein bisschen höher in meiner persönlichen Favoritenlisten kommt die Fotografie (beispielsweise hier und hier)
    Die betreibe ich, seitdem mir mein Vater mit 14 Jahren die erste Kamera in die Hand gedrückt hat. Es ist eine wunderbare Beschäftigung, sie übt das Auge, sie sorgt dafür, die Welt intensiver und aufmerksamer zu betrachten… und es macht mir sehr großen Spaß. Aber im Notfall könnte ich auch ohne Fotografie leben.
    Ich würde sie nicht zu meinem Beruf machen wollen. Ich glaube nicht, dass mir die Fotografie nach der 250. Hochzeit und dem 130. Kindergeburtstag noch Spaß machen würde… lieber behalte ich mir meine Neugier.
    Ich kann leider keine zuverlässige Aussage darüber treffen, ob es mich frustrieren würde, wenn sich niemand für meine Fotografie interessieren würde, denn es ist einfach nicht so.
    Klar, ich kriege nicht die Zuschauerzahlen der Instagram/HDR/KlickiBunti-Mainstream-Fotografen, aber ich bekomme genug Feedback und Anerkennung dass ich rundum zufrieden sein kann.
  3. Der regelmässige Leser dieses Blogs weiss es schon: Zuerst und allererst bin ich Musiker… seitdem ich groß genug war um die Klaviatur im Musikzimmer meiner Großeltern erreichen zu können.
    Ich mache Musik für mein Leben gern, und ich habe in diesem Bereich schon gegen alle Widerstände Dinge geschaffen, auf die ich bis an mein Lebensende stolz sein werde (auch wenn ich momentan einen enormen Writer’s Block habe, aber das ist eine andere Geschichte für ein anderes Posting)… und an dieser Stelle muss ich leider wieder einmal zugeben, es frustriert und deprimiert mich ohne Ende, wenn ich was Neues veröffentliche und sich kaum jemand dafür interessiert.

Ich glaube, wenn ich das alles ein bisschen durcheinander mischen und neu verteilen könnte, dann wäre ich wesentlich glücklicher. Den Wunsch nach Anerkennung in der Musik mit der Programmierkunst tauschen zum Beispiel… das würde vieles einfacher machen.

Monday, 31 August 2015

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Eine Woche ohne Facebook…

…und irgendwie ist es gar nicht so schlimm, wie ich dachte.

Ja, der Kontakt zu einigen Menschen fehlt mir, und bei einigen wünschte ich mir wirklich sehr, ich könnte sie dazu kriegen, eines meiner Blogs zu lesen und zu kommentieren, oder mir bei flickr zu folgen, oder (hey, ein Mensch darf träumen, oder?) meine Musik bei soundcloud zu hören.

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Wirklich. Es fehlt durchaus was.

Aber ganz allgemein muss ich zugeben, dass die Vorteile ganz dramatisch überwiegen:

– Keine Lawinen an grellen, aufmerksamkeitsheischenden Bildchen mit erbaulichen Sinnsprüchen mehr (die meistens von irgendwelchen „Seiten“ kommen, die nur existieren, um Lawinen an grellen, aufmerksamkeitsheischenden Bildchen mit erbaulichen Sinnsprüchen in der Welt zu verteilen).

– Niemand aus einer von mir überaus geschätzten Gruppe ( <- Sarkasmus) namens „sogenannte Freunde, denen meine Musik vollkommen egal ist“ überschwemmt meine Timeline mit Videos von obdachlosen Klaviervirtuosen oder achsosehr begabten Kleinkindern mit schlimmem Schicksal/Behinderung/whatever, versehen mit Kommentaren ‚oh wow, so SCHÖNE Musik, das MÜSST ihr euch alle unbedingt ANHÖREN!‘.

– ich bin nicht länger Zeuge erbitterter Grabenkämpfe

– zwischen Veganern, Anti-Veganern, militanten Anti-Veganern, Flexitariern, Frutariern und Vegetariern,

– zwischen Anhängern der nonverbalen Hundeerziehung vs. Anhängern der verbalen Hundeerziehung vs. Anhängern der Hundeerziehung mit Halsband vs. Anhänger der Hundeerziehung auf keinen Fall mit Halsband vs. Anhängern der Hundeerziehung mit Konsequenz vs. Anhängern der Hundeerziehung mit-schon-ein-bisschen-Konsequenz-aber-nicht-zuviel-davon vs. Anhängern der Hundeerziehung per Waterboarding und Elektroschocks,

– zwischen Vertretern der Ansicht, dass man entlaufene Hunde durchaus mit Betäubungsgewehr sichern darf vs. Vertretern der Ansicht, dass man entlaufene Hunde per Hetzjagd stellen muss nachdem sie vorher gefälligst ein halbes Jahr 140km durch Nordrhein-Westfalen jagen muss und das doch vollkommen egal ist ob sie es überleben oder nicht,

– zwischen vollkommen planlosen Gestalten, die Android für die coolste Erfindung seit geschnitten Brot halten vs. andere vollkommen planlose Gestalten, die jedes neue iThing von Apple religiös und ohne jede Kritik verehren (aber noch gar nicht auf der Welt waren, als Apple wirklich noch cool war)

– und so weiter und so fort,

– und, was das Allerwichtigste ist: keine Nazis mehr.

– und auch keine „ich bin ja kein Nazi aber ich bin halt doch einer“-Gestalten mehr.

– und auch keine Leute mehr, von denen ich dachte, sie seien eigentlich ganz ok, und plötzlich posten sie ein blödes Bildchen mit blödem Fascho-Spruch in Fraktur in meine Timeline.

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Stattdessen setze ich mich viel öfter ans Klavier oder greife zur Gitarre, oder ich schnappe mir die Kamera. Ich hab’s nicht wirklich ausgemessen, aber gefühlt ist mein kreativer Output in den letzten 7 Tagen so viel nach oben gegangen wie mein Entsetzen über die Blödheit der Menschheit zurückgegangen ist.

Auswirkungen auf meine sonstigen Online-Auftritte hat meine Abstinenz auch nicht, meine Bilder bei Flickr werden immer noch genau so viel oder wenig angeschaut wie vorher, und dieses Blog wird immer noch genauso viel oder wenig gelesen wie vorher (und ganz nebenbei erwähnt hat dieses Blog myspace überlebt, und ich bin ziemlich sicher, es wird auch Facebook überleben).

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Wie gesagt. Um ein paar Leute tut es mir wirklich leid. Ehrlich.

Und ich würde ihnen echt sehr wünschen, zu entdecken, dass das Internet mehr ist als Facebook. Und wie ein RSS-Reader funktioniert. So schwierig ist das gar nicht. Aber man kann niemanden zwingen.

Und sollte irgendwann der Zeitpunkt kommen, wo Mark Zuckerbergs Dauerwerbesendung kein Nazitreff mehr ist, und die Verantwortlichen sich deutlich davon distanzieren, schließe ich auch nicht aus, dorthin zurück zu kehren.

Wenn auch in deutlich reduziertem Umfang, denn ich genieße das Mehr an Zeit hier gerade sehr.

 

Tuesday, 25 August 2015

Friday, 7 August 2015

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I Won’t

Neulich gab es auf der K-Burg ein Wiedersehen der besonderen Art. Nämlich stand eines Abends Steffi vor der Tür, ihres Zeichens von 2010-2013 Sängerin von Botany Bay.

Die Ereignisse das Abends und des nächsten Morgens waren so unvorhergesehen, dass ich glatt vergessen habe, darüber zu bloggen. Was ich hiermit nachhole.

Also die zwei wichtigsten Dinge daraus schonmal zusammengefasst:

1. Ja, wir können immer noch super zusammen Songs schreiben, und
2. Nein, es wird keine Botany Bay Reunion geben

Als Steffi Botany Bay vor zwei Jahren zum Zwecke der Selbstverwirklichung verließ, da hatte ich ja ursprünglich den Plan gefasst, mit dem Rest der Band + Gastsängerinnen weiter zu machen… bis sich in einem für mich relativ unangenehmen Erkenntnisprozess herausstellte, dass der Rest der „Band“ in Wahrheit auch schon längst nicht mehr dabei war und ich mit einem halb fertigen Album mutterseelenallein dastand.

Ich war nicht begeistert (und bin es auch heute noch nicht).

Dennoch ist es so, dass Steffi und ich uns nicht im Streit getrennt haben. Es ging für sie einfach nicht mehr weiter mit Botany Bay… und inzwischen wissen wir, dass es für mich auch nicht mehr weiter ging.

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Seit damals haben unsere Leben sehr unterschiedliche und weit voneinander entfernte Pfade genommen.

Ich habe oben erwähnten Erkenntnisprozess hinter mir… und die Erfahrung, mit einem so gut wie nicht mehr vorhandenen Publikum wieder ganz von vorne anzufangen.

Bei Steffi lief auch beileibe nicht alles so, wie sie sich das vorgestellt hatte… Details haben hier nichts zu suchen, aber die Aussage, dass wir alle unser Päckchen zu tragen haben, könnte sich nicht mehr bewahrheiten.

Bei ein paar (ok, ziemlich vielen) Gläsern Rotwein und spontan zusammenimprovisierten Spaghetti con Anchovis brachten wir einander wieder auf den neuesten Stand… es gab viel zu erzählen, und schnell wurde uns klar, in zwei Jahren kann sich ganz erstaunlich viel ändern.

Und was uns auch wieder klar wurde: Wir konnten schon immer unsere Gefühle und Erlebnisse zusammen in einen Topf werfen, einmal kräftig umrühren und Musik daraus machen.

Wir hatten nun wirklich nicht geplant, an diesem Abend einen Song aufzunehmen, aber es ergab sich einfach so. Steffis Geschichte, meine Geschichte, und eine Art Empathie zwischen zwei Songschreibern, die alles andere als selbstverständlich ist.

Das Ergebnis heißt „I Won’t“… und wäre es mit Botany Bay weiter gegangen, so würde unser 2015er-Album wohl (unter anderem) so klingen:

Wir haben uns mehr als einmal angeschaut und es nicht nur gedacht sondern auch ausgesprochen: Wenn nicht alles so wäre, wie es ist… dann sollte man mehr davon machen… eine ganze Platte am besten. Und dann ein bisschen durch die Clubs tingeln. Aber die Pfade die wir gegangen sind, die lassen so etwas einfach nicht mehr zu.

Trotzdem ist es schön, zu wissen, dass wir es noch können, und dass uns die Musik auch weiterhin verbindet. In diesem Sinne: Vielen Dank, Steffi, und ich freue mich auf das nächste Mal… wann auch immer das sein wird.

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Nachtrag:

Steffi war gerade so nett, mir die Lyrics zu schicken. Hier sind sie:

I searched for love
I searched where I belong
I found enough
I found that I was wrong
But I won’t give up

Lived in heaven
And survived hell indeed
Waited seconds
and ran too far too deep
Flew high above
Before I crashed the wall
But in the end
Recovered from it all
And I won’t give up
That’s why I won’t give up

But life goes on
This one thing is for sure
Moments are now
That’s what I’m living for
And I won’t give up
No I won’t give up
No

 

Wednesday, 5 August 2015

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Die vier Phasen beim Kennenlernen eines Musikers in freier Wildbahn

(aus unserer beliebten Reihe: Stephans Sozialstudien)

Tag Nr. 1

„Soso, Du machst Musik… hahahahaha, ist ja lustig. Ich hab früher auch Blockflöte gelernt in der Schule… was? Links? Du hast was im Netz? Ihr seid ne Band? Was spielt ihr denn nach? Achso, eigene Sachen? Soso, jaja, ist gut, schön, toll, prima nee, ja, ich hör’s mir irgendwann mal an.“

Vier Wochen später

„Was? Du machst Musik? Wusste ich ja gar nicht. Ach so, hast du erzählt? Ja? Wie, du hast mir einen Link gegeben? Muss ich irgendwie vergessen haben, schick’s mir per Mail, dann hör ich garantiert mal rein.“

Sechs Wochen später

„Was angehört? Ob ich mir was schon angehört habe? Ach so, Du warst der Hobbymusiker, stimmt ja, das muss irgendwie in meinem Spamfilter gelandet sein, tutmirsoleid, hahaha. Wie? Es ist kein Hobby für Dich? Es bedeutet Dir sehr viel? Jaja, hahaha, schön, schick es mir doch einfach nochmal, ne?“

Sechs Monate später, auf einer Party

„Hey, xyz hat mir gerade erzählt, das war Deine Band, was da gerade lief, stimmt das? Echt? Wahnsinn, Du machst Musik, das war mir ja gar nicht klar. Und klingt richtig gut, hätte ich gar nicht gedacht wenn man das als Hobby macht. Ach so, ja es ist kein Hobby für Dich, ja, doch, ja, hört man. Kann man irgendwo MP3s runter laden? Gibt’s vielleicht irgendwo einen Link?“

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