Everything Is Dead (Version 2)

Hmmm… irgendwie muss ich mir etwas besseres überlegen. Dieses Blog (unter anderem) zum Präsentieren von Demos und neuen Liedern zu verwenden ist zwar ne super Idee und macht auch Spaß… aber wenn sich an den Liedern etwas ändert, muss ich alte Versionen von soundcloud runternehmen, ansonsten hab ich irgendwann keinen Platz mehr dort. Und in dem Moment wo ich alte Versionen runternehme, funktionieren Links in diesem Blog nicht mehr, und das sorgt für Verwirrung.

Ich könnte natürlich auch die Einträge dazu rausnehmen, aber das würde dem Tagebuchcharakter widersprechen, den ich hier eigentlich wieder haben wollte

…hmm, falls jemand eine gute Idee hat, immer nur raus damit.

Auf jeden Fall: Es gibt eine neue Version von „Everything Is Dead“. Wäre es Nicoles und mein Ziel, ein Album aufzunehmen, so ist das jetzt ziemlich nahe an der Endversion.

Und der Song passt meines Erachtens gerade richtig schön zu Europa. Und der Welt im Allgemeinen. Obwohl es eigentlich als sehr persönlicher Song begonnen hatte…:
 

Lyrics, we got lyrics

Auf den Wunsch eines einzelnen Herrn (hallo, Martin), hier noch mal eben kurz der Songtext zu „Everything Is Dead (You Killed It)“… Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen oder Bands oder IT-Startups sind selbstverständlich vollkommen ausgeschlossen und rein zufällig ;-)

Everything Is Dead (You Killed It)

 
We stood on the top of that hill
Between ebb and flow, time standing still
You and me against the world
Till the day it all unfurled
The sweetness of being yourself
You always longed for something else
By the time I hit the floor
You still wanted more and more and more
 
Now everything is dead (you killed it)
Everything is gone (you killed it)
There used to be music and laughter (you killed it)
Now everything is dead
 
You got it all figured out
New girl, new job, go walk about
You’ll find me standing in the rain
In case you need someone to blame
First you take everything you need
Then you go ahead and sow your seed
Then you’re holding out your hands
You were the best fair weather friends
 
Now everything is dead (you killed it)
Everything is gone (you killed it)
I gave you a beautiful thing (you killed it)
Now everything is dead
 
Now babe don’t cry
Come on now calm down and don’t you cry
You perfectly well know that there’s no reason to cry
Ah sweet babe c’mon don’t cry don’t cry
 
Cause everything is dead (you killed it)
Everything is gone (you killed it)
There used to be plenty of fire (you killed it)
Now everything is dead

Cause everything is dead (and you killed it)
Everything is gone (you killed it)
There used to be music and laughter (you killed it)
Now everything is dead

Vermisst: Marnie

Wer am Bonner Bogen mit offenen Augen durch die Welt geht, der konnte in den letzten zwei Monaten Zeuge eines traurigen Rituals werden:

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Alle paar Wochen hängen unzählige neue Aushänge an unzähligen Laternenmasten.

Aushänge, auf denen zu lesen ist, dass die scheue spanische Podenco-Hündin Marnie entlaufen ist und verzweifelt gesucht wird. Dass sie wirklich sehr scheu und seit Monaten im Raum Bonn-Beuel unterwegs sei; dass man nicht versuchen solle, sie einzufangen, sondern sich bei einer Sichtung unbedingt schnellstmöglich unter einer auf dem Aushang angegebenen Telefonnummer melden soll.

(mehr über Marnies bewegende und traurige Geschichte ist beim Bonner Gerneralanzeiger zu lesen)

Und jeweils zwei bis maximal drei Tage später sind dann alle Aushänge abgerissen, bis sie ein paar Wochen darauf mühevoll erneut angebracht werden. Und dabei handelt es sich keinesfalls um ein doofes Beispiel deutscher Sauberkeit (die Zettel werden selten vollständig entfernt und es bleiben immer Reste zurück) – nein, irgendein bemitleidenswerter Vollidiot hat einfach nix besseres zu tun, als die Dinger willkürlich abzureißen und damit sicher zu stellen, dass niemand weiss was zu tun ist wenn Marnie auftaucht.

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Diese Diskrepanz zwischen destruktivem Vollpfostentum alter Schule und der verzweifelten und liebevollen Suche nach einem schutz- und wehrlosen Mitlebewesen war es, die mich neulich schon dazu inspirierte, eine neues Lied zu schreiben, das ich dann auch ‚Marnie‘ nannte (und an dem Nicole und ich gerade fleißig arbeiten).

Ich schrieb das Teil in der Mittagspause komplett runter, inklusive Noten, so hatte mich die Sache berührt.

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Aber ich kann euch sagen, nochmal ganz anders berührt es einen, wenn Marnie plötzlich und unvermittelt leibhaftig vor einem steht.

So wie heute morgen.

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Als ich vom Bahnhof Oberkassel zu meinem Büro im Rheinwerk laufen wollte. Plötzlich stand sie vor mir. Schaute mich kurz an und verschwand dann wieder im Gestrüpp.

Nun habe ich inzwischen einiges an Erfahrung mit Hunden, auch mit scheuen Hunden, und so unternahm ich keinerlei Anstalten, sie zu locken oder zu rufen oder gar einzufangen, sondern ich lief weiter, zückte mein Smartphone und rief die Tierschützerin an, deren Telefonnummer dank des oben erwähnten Unwohltäters am Bonner Bogen nicht mehr zu finden ist. Ich hatte sie sofort am Ohr, und wie durch ein Wunder war sie eh in der Nähe und machte sich sofort auf den Weg.

Auf dem Weg ins Büro sah ich sie dann mit Marnie auf einer Grünfläche. Sie hatte Futter dabei, um Marnie zu locken. Marnie war wirklich sehr scheu, kam immer wieder heran um Futter aufzunehmen und flüchtete dann gleich wieder. Die Tierschützerin ging sehr professionell vor, sehr ruhig, am Boden sitzend, ohne hastige Bewegungen… aber Marnie ist einfach fürchterlich scheu. Ich ging weiter weil ich auf gar keinen Fall stören wollte; ich konnte vom Bürofenster aus noch beobachten, wie Marnie sich Richtung Rhein verzog; ich habe keine Ahnung, was daraus geworden ist, aber ich hoffe von ganzem Herzen, dass es gelingt, sie einzufangen.

Wer dies liest und zufällig in der Nähe ist und Marnie zufällig sieht (es soll schon größere Zufälle gegeben haben): 0177-3336286 ist die Nummer, die anzurufen ist.

Und falls dies zufällig derjenige liest, der die Zettel abreisst (es soll schon größere Zufälle gegeben haben): Stell Dir vor Du wärest verloren und jemand würde einfach nur aus Spaß und/oder Dummheit dafür sorgen, dass Du auf keinen Fall wieder gefunden wirst. Das wünsche ich niemandem. Auch Dir nicht.

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Uniform

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Am Wochenende waren Frau K. und ich zu einer Hochzeit eingeladen, und zwar in der unmittelbaren Umgebung meiner „alten Heimat“, Heidelberg.

Alte Heimat ist natürlich übertrieben. Ich habe dort studiert, und es ist kein Geheimnis, dass ich mich in Heidelberg nie besonders zuhause gefühlt habe. Und Hochzeiten waren ebenfalls noch nie etwas, wo ich mich besonders wohl fühlte… aber es war eine gute Freundin gewesen, die da heiratete, also sprang ich gleich mehrfach über meine diversen Schatten.

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Bezeichnenderweise ging es damit los, dass alle viel schicker gekleidet waren als wir, und dass nach unserem Eintreffen beim Standesamt gleich mal eine tadelnde Stimme hinter uns zu hören war: „Die sind sicher nur da um Sekt zu schnorren„. Leider bekam ich nicht mit, von wem genau diese überaus tolerante Ansicht stammte, aber im Prinzip ist es auch egal… die Tonart des restlichen Tages war auf jeden Fall schon mal vorgegeben.

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Man muss dazu erwähnen dass wir sicherlich nicht schlecht gekleidet waren… aber eben auch nicht rausgeputzt bis zum Anschlag. Ich trug ein Hemd und eine schwarze Jeanshose… das ist so ungefähr das übliche Zugeständnis, das ich zu machen bereit bin, wenn es darum geht, mich zu irgendwelchen festlichen Anlässen rauszuputzen.

Ich im Anzug, das ist einfach fremdartig und passt nicht, und tatsächlich kann ich es auch nicht leiden; weder privat noch im Beruf noch sonst irgendwie.

Der Videoclip zu „Oh Robbie“ (man erinnere ich, der Beinahe-Top-10-Hit einer einst bekannten Band in der ich mal spielte), beschäftigt sich ziemlich genau mit diesem Thema (ebenso wie der Song sich damit beschäftigt, dass derjenige der so viel Wert auf den schönen Schein legt eine ganz schön arme Gestalt ist).

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Und genau dieses Äußerlichkeiten-Thema sollte mich später am Abend nochmals einholen… nämlich, als ich den Ausführungen des am Tisch mir gegenüber sitzenden Unternehmensberaters lauschte, der uns seine diversen Dresscode-Ansichten und -Einsichten darlegte – warum bei manchen Kunden eine Krawatte wichtig ist, aber eine Fliege nicht geht, oder warum woanders eine Fliege mehr angesagt wäre, und über Jacket vs. Anzug vs. Weste vs. Krawatte vs. gelbe Krawatte vs. rote Krawatte vs. Krawatte mit Muster vs. Fliege vs. gelbe Fliege mit blauen Punkten vs. keine Fliege vs. was auch immer der Kunde gerne sehen würde damit man den Auftrag vielleicht kriegt.

Wer mich ein bisschen kennt, der wird sich spätestens jetzt fragen, was in drei Teufels Namen ich eigentlich dort zu suchen hatte und auf welche Art und Weise es dann vollständig aus dem Ruder lief und in wüstem Streit und Beschimpfungen endete. Aber ich kann da vollständig beruhigen… ich fand meinen Gesprächspartner sehr nett und sympathisch, und ich bin inzwischen tatsächlich an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich damit umgehen kann, dass andere Menschen Dinge zu ihrem Lebensinhalt machen, die ich persönlich für komplett unnötig und unwichtig erachte.

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Das ändert allerdings nichts daran, dass ich nach zehn Minuten Krawatte vs. Fliege doch mal den Mund aufmachen und erwähnen musste, dass ich persönlich nirgendwo arbeiten könnte, wo ich zu irgend einer Art Dresscode gezwungen werde mit der ich überhaupt nicht klarkomme.

Mein Gegenüber konterte sofort mit: „Aber, irgendwo hygienisch und sauber und mit Kleidung am Körper zu erscheinen, das ist doch auch eine Art Dresscode, eine gesellschaftliche Konvention… und da machst Du auch mit“.

Womit er natürlich recht hatte, und weil ich schon vier Bier und etliche Weine intus hatte, fiel mir auch nicht ein, was ich darauf groß entgegnen sollte, und außerdem gilt ja inzwischen was ich oben gesagt habe. Mit Punkt in meinem Leben und so.

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Aber dennoch hab ich seitdem immer wieder darüber nachgedacht. Ob das tatsächlich so ist. Oder ob zwischen „hygienisch und sauber“ und „Anzug und Krawatte“ doch noch ein gewaltiger Unterschied ist… und dass mir das Tragen von Anzug und Krawatte oder ähnlichem Mummenschanz einfach deshalb so zuwider ist, weil diese Kleidung auf mich wie eine Uniform wirkt… die Uniform einer Armee, die für ein Weltbild kämpft, das ich entschieden ablehne.

Aber wenn man es so sehen möchte, dann wird natürlich auch das Nicht-Tragen der Uniform zu einem Statement, und auch die Nicht-Uniform somit zu einer Uniform, nämlich die Uniform derjenigen, die mit der Krawatten-Armee nix zu tun haben wollen.

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Tatsächlich wäre es mir am liebsten, die Dinge gar nicht so sehen zu müssen. In einer Gesellschaft zu leben, in der Menschen einfach überhaupt nicht nach Uniformen beurteilt werden. Weder bei Hochzeiten noch im Beruf noch sonst wo. Wer unbedingt urteilen möchte… man darf mich sehr gerne nach der Musik beurteilen, die ich komponiert und aufgeführt habe, oder nach meiner Photographie, oder nach den Programmen, die ich geschrieben habe.

Aber am liebsten natürlich nach der Musik.

In diesem Sinne: Demnächst vielleicht mal was über Uniformen.

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Everything Is Dead (You Killed It)

Jahaa, Nicole und ich waren gestern tatsächlich im Recording-Türmchen zugange und haben gemacht, was man im Recording-Türmchen halt so macht.

Das Lied nennt sich „Everything Is Dead (You Killed It)“, und es geht um Leute, die Dinge kaputt machen und danach getröstet werden müssen, weil Dinge kaputt sind.

Und trotz des ziemlich endgültigen Titels ist es m.E. doch ziemlich erbaulich und schön geworden.

Und es gibt eine kleine Premiere zu vermelden: Bei den Backing Vocals singt erstmals Frau K. mit. Wenn man bedenkt, dass wir schon über sieben Jahre zusammen sind und sie eben so lange Zeuge meiner musikalischen Tätigkeiten ist… dann hat das ganz schön lange gedauert.

Oh, und übrigens, ich bin der Meinung, die Melodica ist ein Musikinstrument, das in der Populärmusik der letzten 10 Jahre viel zu kurz gekommen ist. Auch das haben wir mit diesem Track dann mal geändert.

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Buba K., welche durch die Melodica nicht verjagt wurde.

 

 

Unter dem Radar

Immer mehr lerne ich, meine momentane musikalische Situation zu schätzen.

So ein vollkommen unfertiges, zerbrechliches, angreifbares und technisch nicht gerade perfektes Demo wie „Marnie“ zu veröffentlichen, das wäre zu den Hochzeiten von Botany Bay ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Andere Teile der Band (wie viel oder wenig auch immer sie beteiligt gewesen wären) hätten etwas dagegen gehabt… und hätte ich es trotzdem getan, so hätte ich nicht nur den Bandfrieden riskiert, sondern auch, dass mir irgendwelche Forentrolle, die uns nur aus dem Piratenwahlkampf kannten, ein ‚kein Wunder dass euch niemand hören will, ihr seid so Scheisse, erschiesst euch doch‘ hier im Blog hinterlassen hätten (ja, das ist tatsächlich vorgekommen, es gibt einen Grund, warum auf youtube und hier irgendwann alles auf Moderation gestellt wurde…)

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Aber seitdem ich unter dem Radar fliege ist es viel einfacher geworden.

Trolle frequentieren diese Seiten schon lange nicht mehr, und Leute die ihr Veto einlegen sind auch rar geworden… was bleibt ist die sehr schöne Situation, dass ich interessierten Menschen Einblicke in meine Arbeit gewähren kann, und nicht frustriert werde, sollte diesen Service tatsächlich überhaupt niemand in Anspruch nehmen… denn ein Demo aufgenommen hätte ich so oder so ;-)

Apropos Fortschritte: Morgen kommt Nicole. Ich bin schon mal wieder sehr gespannt, was dabei rauskommt. Wie schon erwähnt, wir haben mehrere neue Sachen angefangen. Und wir wissen auch immer noch nicht, wie wir das Kind nennen sollen. Bei all dem Material das wir gerade zusammen entstehen lassen, stellt sich allmählich die Namensfrage (Nein, ‚Stephan und Nicole‘ ist keine Option)… na mal schauen…

 

New Grass

Ich vergaß ganz zu erwähnen… letztes Wochenende hatten Nicole und ich ein kleines Standup im Recording-Türmchen der K-Burg. Und ich muss sagen, Nicole brennt richtig für die Company, was die Stakeholder im long term zufrieden stellen dürfte…

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…äh, oops, falsche Welt. Ich meinte natürlich, wir haben Musik gemacht. Zwei neue Songs (gut, einer nicht ganz so neu) sind bereits in der Embryonal-Phase. Sie tragen die Titel „Instructions For Myself“ und „Everything Is Dead“.

Diesen Samstag treffen wir uns wieder, und ich hoffe, ich kann dann ein bisschen mehr von unseren Fortschritten zeigen, als diese unter sehr mysteriösen Umständen entstandene Bild.