Unter dem Radar

Immer mehr lerne ich, meine momentane musikalische Situation zu schätzen.

So ein vollkommen unfertiges, zerbrechliches, angreifbares und technisch nicht gerade perfektes Demo wie “Marnie” zu veröffentlichen, das wäre zu den Hochzeiten von Botany Bay ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Andere Teile der Band (wie viel oder wenig auch immer sie beteiligt gewesen wären) hätten etwas dagegen gehabt… und hätte ich es trotzdem getan, so hätte ich nicht nur den Bandfrieden riskiert, sondern auch, dass mir irgendwelche Forentrolle, die uns nur aus dem Piratenwahlkampf kannten, ein ‘kein Wunder dass euch niemand hören will, ihr seid so Scheisse, erschiesst euch doch’ hier im Blog hinterlassen hätten (ja, das ist tatsächlich vorgekommen, es gibt einen Grund, warum auf youtube und hier irgendwann alles auf Moderation gestellt wurde…)

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Aber seitdem ich unter dem Radar fliege ist es viel einfacher geworden.

Trolle frequentieren diese Seiten schon lange nicht mehr, und Leute die ihr Veto einlegen sind auch rar geworden… was bleibt ist die sehr schöne Situation, dass ich interessierten Menschen Einblicke in meine Arbeit gewähren kann, und nicht frustriert werde, sollte diesen Service tatsächlich überhaupt niemand in Anspruch nehmen… denn ein Demo aufgenommen hätte ich so oder so ;-)

Apropos Fortschritte: Morgen kommt Nicole. Ich bin schon mal wieder sehr gespannt, was dabei rauskommt. Wie schon erwähnt, wir haben mehrere neue Sachen angefangen. Und wir wissen auch immer noch nicht, wie wir das Kind nennen sollen. Bei all dem Material das wir gerade zusammen entstehen lassen, stellt sich allmählich die Namensfrage (Nein, ‘Stephan und Nicole’ ist keine Option)… na mal schauen…

 

Marnie

(nur ein Demo; ist mir heute nachmittag im Kopf rum gesponnen, und ich musste es dann ganz schnell aufnehmen. Mal schauen, was daraus wird…)

New Grass

Ich vergaß ganz zu erwähnen… letztes Wochenende hatten Nicole und ich ein kleines Standup im Recording-Türmchen der K-Burg. Und ich muss sagen, Nicole brennt richtig für die Company, was die Stakeholder im long term zufrieden stellen dürfte…

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…äh, oops, falsche Welt. Ich meinte natürlich, wir haben Musik gemacht. Zwei neue Songs (gut, einer nicht ganz so neu) sind bereits in der Embryonal-Phase. Sie tragen die Titel “Instructions For Myself” und “Everything Is Dead”.

Diesen Samstag treffen wir uns wieder, und ich hoffe, ich kann dann ein bisschen mehr von unseren Fortschritten zeigen, als diese unter sehr mysteriösen Umständen entstandene Bild.

Vom Besser-Die-Klappe-Halten

Ich muss mich mal erst noch daran gewöhnen, hier wieder schreiben zu dürfen was auch immer ich mag. Und dass es nicht nur um Musik gehen braucht sondern um alles gehen kann.

Ich meine, irgendwo ist es mir klar, aber irgendwo auch noch nicht, und irgendwo ist auch viel anders geworden. Früher hatte ich große Lust am Fabulieren und am öffentlichen Kundtun meiner Meinung.

Heutzutage nicht mehr so sehr. Ich weiss nicht, ob es das Alter ist, und die angebliche Weisheit die damit irgendwann kommt, aber immer mehr wird mir bewusst dass es ab und zu geschickter wäre, die Klappe zu halten.

Aktuelles Beispiel: Drüben auf Fratzenbuch folgte ich einer Lehrerin (oder Ex-Lehrerin, weiss nicht genau), weil sie mir wohl mal irgendwann eine Freundschaftsanfrage geschickt hatte, nachdem sie Fotos von mir gesehen hatte. So weit so gut.

In letzter Zeit häuften sich in meiner Timeline Wortmeldungen von ihr, die sich kritisch zum Lokführer-Streik äußerten. Nee, stop, das war leicht euphemistisch ausgedrückt, sie schrieb immer mal wieder so Dinge wie “Weselsky, jetzt verschwinde endlich” oder “GDL verrecke!!!!” und so weiter und so fort.

Einmal oder zweimal kann ich solche Sachen noch ignorieren. Aber beim dritten und vierten Mal verursacht derlei Agitation ein ungutes Gefühl bei mir, und ich bin einmal mehr froh, keine Kinder zu haben, die von solch einer Person unterrichtet werden (uns hat man damals in der Schule noch beigebracht, dass das Streikrecht ein enorm hohes Gut ist, das hart erkämpft wurde; anscheinend ist heute alles anders).

Ich wusste ganz genau – wenn ich jetzt was schreibe, gibt’s nur Ärger. Beinahe hätte ich es gelassen, es stand wirklich auf Messers Schneide. Aber irgendwie nervte diese Bildzeitungsrhetorik wie Hupe, also schrieb ich als (wirklich sehr höflich formulierte!) Antwort, dass man das doch mal differenziert sehen sollte, dass das Streikrecht eine ziemlich prima Sache ist, und dass es um mehr geht als nur um das Gehalt von Zugbegleitern.

Das Ergebnis: Ich wurde selbstverständlich blockiert. Beim Bruttoinlandsprodukt hört die Facebook-Freundschaft auf. Ich wusste es. Ach ja, wie gesagt – froh, keine Kinder zu haben. Aber ich wusste es. Warum hab ich nur geschrieben? :-)

Daher: Verzeiht mir, wenn die Einträge hier ein bisschen spärlich eintrudeln, ich muss da erstmal einen Modus finden. Immerhin, es gibt tausend Sachen, über die ich schreiben könnte. Zum Beispiel über den neuen Arbeitsplatz den ich habe, und was ich da erlebe… von von neuen Fotos und neuen Fototouren, und selbstverständlich von neuer Musik, die am Entstehen ist.

Tja, mal schauen…

Wochenend-Gartenbegegnung, übrigens :)

Wochenend-Gartenbegegnung, übrigens :)