Outtakes (2): Eagle Chant (Demo)

So, Outtakes. Outtakes, outtakes… ahso, das hatten wir schon.

Also, ‚Eagle Chant‘.

Ganz im Gegensatz zu ‚Visionary Man‘ ist an diesem Track ungefähr nichts fertig. Daher bitte nicht wundern, wenn er nicht euren üblichen Qualitätsansprüchen genügt 😉

‚Eagle Chant‘ war einer der Songs, die entstanden, als wir schon eine deutliche Idee davon hatten, wo die Reise hingehen würde. Es war für Steffi sehr wichtig, dass am Schluss des Albums ein Song steht, der die Hoffnung von ‚Serenade‘ wieder aufnimmt und noch deutlicher erkennen lässt.

‚Eagle Chant‘ war lange Zeit ein Kandidat dafür, letzten Endes entschieden wir uns aber für ‚Sun‘, weil jener Song noch minimalistischer und noch direkter war, und weil Steffi die Musik mitkomponiert hatte  (zum ersten Mal bei Botany Bay direkt am Klavier).

Trivia, anyone?

Auf ‚Eagle Chant‘ erklingt im zweiten Drittel mein erstes Synthesizer-Solo seit „Old Men With Ballpoint Pens“… also seit zehn Jahren. Es handelt sich um einen Korg Trident (ein echter, analog, mit Drehknöpfen und so…), verstärkt durch eine Marshall Combo mit Röhrenverstärker.

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Outtakes (1): Visionary Man

(Stephan in seiner besten David-Tennant-Imitationsstimme):

So, Outtakes.

Outtakes, ey? Outtakes.

Ouuuuuut-takes. Outtakes! 

Outtakes, outtakes, outtakes, outtakes, outtakes, outtakes… outtakes!

Ja, ok, ich komm wieder runter. Wir fangen an mit dem ältesten Song, der auf unsere neue Platte gekommen wäre, wenn er denn drauf gekommen wäre, was er nicht ist.

„Visionary Man“ war einer der Tracks, die ich nach 2013 für ein steffi-loses Botany Bay schrieb und schließlich auch aufnahm.  Aus mehreren Gründen geriet dieses Vorhaben zur mittleren Katastrophe. Steffis „Nachfolgerin“ war für mich schon bald auf sehr vielen Ebenen unerträglich… und das, was ich schließlich veröffentlichte (das Beitragsbild zeigt das Original-Coverartwork von Elektroll, CC-BY), wurde dann auch hauptsächlich ignoriert bzw. von ein paar netten Menschen auf Diasp*ra  zerrissen.

Tja, was soll ich sagen, sie hatten recht. 

Im Bild: Steffi (hinten) und Buba (vorne)… zwei Frauen, denen man nicht so leicht widerspricht…

Als Steffi und ich uns wieder gefunden hatten und schließlich durchhörten, was wir inzwischen so an Musik geschrieben hatten und für unser neues Album eventuell verwenden könnten, stolperten wir auch über „Visionary Man“. Steffis spontane Meinung war: „Wow, den möchte ich gerne machen…“

Und ich so: „Nee, lass mal, das war ziemlich scheiße damals…“

Und sie so: „Aber das ist ein toller Song!“

Ich so: „Ja, es könnte ein toller Song sein, aber dann müsste man ihn praktisch neu aufnehmen und alles anders machen.“

Und daraufhin wieder sie so: „Dann lass uns das machen! Hopp, ich helf‘ Dir auch. Na komm schon, los, fangen wir an, wird’s bald?!“

Wie der geneigte Leser an dieser Stelle eventuell ahnt, ist es äußerst schwierig und mitunter auch töricht, Steffi zu widersprechen. Und so gingen wir hin, und nahmen „Visionary Man“ quasi vollkommen neu auf (vom ursprünglichen Song blieben genau 3 Spuren übrig). 

Hier ist er, im Prinzip fix und fertig abgemischt:

Dass er schließlich nicht auf „Thanksgiver“ kam, hat mehrere Gründe. Der wichtigste und offensichtlichste Grund: Er passt einfach nicht darauf, weder stilistisch noch thematisch noch sonst irgendwie. 

Und der andere Grund: „Visionary Man“ handelt von einem hierzulande aus Boulevardpresse, Casting-Shows und Backfill-Werbebannern (mittlerweile) relativ bekannten Seriengründerdarsteller, dessen größtenteils unverdienten Ruhm zu mehren ich vor langer Zeit einmal das ganz außerordentliche  Missvergnügen hatte, und dessen Name hier nicht genannt werden soll. Ich hatte schon damals beim Schreiben der Lyrics das ungute Gefühl, dass diese Person nicht auch noch ein Lied von mir verdient hatte, und dass ich eher über wichtige Dinge schreiben sollte… und heute denke ich das noch viel mehr. 

Aber auf der anderen Seite ist der Song ein schönes Beispiel dafür, dass wir auch ganz anders klingen können, dass Steffi ganz großartige Backing Vocals arrangieren kann, und dass ich auch zu einer ganz anderen Art der Musikproduktion imstande bin (die mir durchaus auch Spaß gemacht hat). Und außerdem hat die Coda ein großartiges Saxophonsolo von jenem Ernst Nellessen, der schließlich auch weite Teile von ‚Thanksgiver‘ mit Klarinette und Saxophon verzaubern sollte. Allein deshalb hat der Song es verdient, auch mal gehört zu werden. In diesem Sinne… viel Spaß damit!

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Kommen Sie, lesen Sie

Ich bin unterwegs, d.h., die nächsten Tage wird nix neues gebloggt. Aber ihr dürft währenddessen ruhig meinen letzten Artikel lesen und kommentieren und herzen. Oder euren Freunden was von „Thanksgiver“ erzählen (gerne auch denen auf Twitter und Gesichtsbuch; bei mir funzt das nicht, aber vielleicht klappt’s ja bei euch).

Das würde einen einfachen Stephan echt sehr, sehr glücklich machen. Beinahe so glücklich wie Candor K. oben im Bild.

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Nachdenken über die Wölfe

Das Jahr neigt  sich dem Ende zu, es wird kalt und winterlich, und es ist an der Zeit, ein wenig über die Wölfe nachzudenken. Oder besser gesagt, über Thanksgiver, und über das Wolfsrudel, das zur Mitte der ersten Seite zu einer heiligen Wanderung über eine weit in der Zukunft existierenden Welt aufbricht (oder vielleicht auch gar nicht so weit in der Zukunft. Sicher ist, die Menschheit wird diese Welt nicht erleben)

Ich bin unglaublich stolz auf Thanksgiver. Es wurde genau das Album, das es werden sollte. Ich bin sehr zufrieden damit, und noch mehr erfreut es mich, dass außer den beteiligten Musikern weitere 37 Menschen diese Geschichte oder besser diese Gefühle ebenfalls erfahren durften. 

Es gibt nur leider ein kleines Problem. Ein Problem, das wir freiwillig und sehenden Auges provoziert haben, denn ansonsten hätte es dieses Album in dieser Form nicht gegeben, und zwar: Wir haben 300 Stück davon gemacht und eine große Summe Geld dafür ausgegeben.

Ich bereue nichts davon.  Aber es ist an der Zeit, den Tatsachen ins Auge zu blicken:

Ausser den erwähnten 37 Menschen interessiert sich niemand für „Thanksgiver“. Anpreisungen des Werks auf Twitter bleiben ohne irgendwelche Ergebnisse; das Musik-Widget auf diesem Blog wird von 0.02% der Besucher verwendet  (was daran liegen dürfte, dass die meisten meiner Stammleser das Album bereits besitzen… an dieser Stelle nochmal vielen Dank, ihr seid die besten!), und auch die paar Reviews, die in Musikzeitschriften und Blogs erschienen, machen keinen Unterschied: Niemand will „Thanksgiver“ haben. Wir haben seit der Release-Party im Oktober ganz genau null Exemplare verkauft.

Nun, es reicht uns im Prinzip durchaus, dass 37 Menschen  sich auf die musikalische Reise von „Thanksgiver“ eingelassen haben. Wir wollten einen würdigen Abschluss, und wir haben ihn bekommen. 

(Zugegeben: Ein bisschen schade ist es, wenn alte Weggefährten nicht mehr auf uns reagieren, Internet-Radiostationen keine Lust mehr auf uns haben, befreundete Bands mit außergewøhnlichen Buchstaben im Bandnamen anscheinend doch nicht so richtig befreundet mit uns waren… etc. pp. Aber auf der anderen Seite war uns von Anfang an klar, dass nicht jeder auf diese neue Reise mitkommen würde, und jeder einzelne von den 37, die es trotzdem getan haben, macht uns dafür um so glücklicher).

Aber, und hier ist das eigentliche Problem: Die fünf fetten Kartons mit unverkauften Platten, die hier im Studio rumstehen, sind ein herber finanzieller Verlust für uns, und überdies eine stetig schmerzhafte Erinnerung daran, dass das Internet (auch) zum Ansprechen neuer Hörer inzwischen ein vollkommen beschissener Platz ist. Und: fünf ungewollte und unbeachtete Kartons voll mit der schönsten Musik, die ich je gemacht habe, das trübt das Bild vom „würdigen“ Abschluss ein ganz kleines bisschen. 

(bevor jetzt jemand sagt „Dann bietet halt auch mp3-Downloads an, nicht jeder will eine wunderschöne, aufwändig gestaltete Vinyl-Platte haben„: Tun wir. Haben wir auf ausdrücklichen Wunsch einiger Menschen gemacht. Das Ergebnis? Niemand, weder diese einige Menschen noch sonst wer, hat einen mp3-Download gekauft). Einer dieser Menschen hat einen mp3-Download gekauft. Ok, das war’s zwar durchaus wert, aber es löst das Gesamtproblem leider trotzdem nicht).

Das Problem ist natürlich, wie so oft, das Internet, bzw. die Erwartungen der Menschen, die sich inzwischen in demselben tummeln. Es ist kein Wunder, dass kaum mal einer der 3-4 wöchentlichen Interessenten auf Bandcamp auch nur bis zum ersten Drittel von „Winter Wolfpack Serenade“ kommt, wenn sie alle eine solche Herangehensweise an Musik haben:

An dieser Stelle eine kleine und hemmungslose Offenbarung: Ich hasse Twitter. Ich hasse es abgrundtief, Menschen von meiner Musik überzeugen zu müssen. Ich hasse, mit etwas hausieren gehen zu müssen, was mir heilig ist. Ich hasse, mich mit Meinungen wie obiger auseinander setzen zu müssen. Ich hasse dieses ganze elende Scheißgeschäft mit der Musik im Internet. Ich will das alles nicht, meine siebenunddreißig Hörer hätten mir vollständig genügt. 

Aber jetzt stehen hier eben diese fünf Kartons, die wir irgendwie los werden müssen. Ich war drauf und dran, diese Platte nicht rauszubringen, damit ich mir diesen endlosen Verkaufsfrust hätte ersparen können, aber Steffi hat mich vom Gegenteil überzeugt… und so ist es jetzt.

Der Original-Trailer zu „Thanksgiver“

Zur Lösung des Problems hatten Steffi und ich jetzt auch schon ein paar Krisensitzungen, und es stehen zwei Vorgehensweisen im Raum:

  1. Wir produzieren, exklusiv für die Leute die sich zu schade dazu sind, mal ein paar Minuten zuzuhören, eine radiotaugliche Single-Version von „Wolfpack“ (der einzige Song auf „Thanksgiver“, der noch entfernt an Popmusik erinnert) und einen Videoclip dazu (der vom Stil ungefähr so werden würde wie der erste Trailer, den wir für unsere Fans letztes Jahr veröffentlicht hatten, nur mit ein bisschen semi-nackten Menschen, damit die Leute auch hinschauen), stellen das ganze auf youtube und bitten Katja (die vor einigen Monaten unseren Twitter-Account übernommen hat, inzwischen aber davon genau so frustriert ist wie ich) darum, das Teil in der Weltgeschichte zu verteilen. Und hoffen, dass wir so ein paar neue Fans finden.  Oder…
  2. Wir suchen uns ein paar ausgewählte, exklusive und passende Locations, und bringen „Thanksgiver“ noch mal live auf die Bühne. Und zwar dieses Mal – im Gegensatz zum Release-Event – mit voller Besetzung und vollständig live, ohne Playback vom Sequencer. Und wer möchte, kann nach unserer Darbietung dann eine Platte kaufen (was die Menschen dann üblicherweise durchaus machen).

Beide Lösungen hätten Vor- und Nachteile.

Die Video- und Song-Edit-Geschichte ist (im Vergleich zur Tour) mit relativ geringem Aufwand schnell umgesetzt. Aber die Erfolgsaussichten sind meiner Meinung nach zweifelhaft… und eine der wunderschönen Seiten an „Thanksgiver“ ist es, dass wir uns für dieses Album in absolut keinerlei Hinsicht irgendwie verbogen haben. Jetzt ein Video für das Reiz-Reaktion-Reiz-Reaktion-geschädigte Twitter-Publikum zu machen, das wäre für mich schon arges Verbiegen.

Eine kleine und exklusive „Thanksgiver“-Tour wäre musikalisch eine schöne Herausforderung… es macht Spaß, auf der Bühne zu stehen, und es wäre für Steffi und mich noch einmal die Chance, etwas zusammen auf die Beine zu stellen. Aber es wird ein großer Aufwand, „Thanksgiver“ live vernünftig hinzukriegen. Prima Beispiel: Auf ‚Serenade‘ spielen Horn, Klarinette, Saxophon, Cello, zwei Gitarren, ein Klavier, eine Hammond-Orgel, eine Hohner Organa, ein Bass… und natürlich Steffi am Mikrophon. Auf der Release haben wir das noch mit Playback vom Band abgefrühstückt… für einen „richtigen“ Live-Auftritt geht das aber nicht. Und wir wollen kein „Thanksgiver Light“ spielen… wenn wir das schon live machen, dann richtig. Wir brauchen mehr Musiker, und wir brauchen passende Locations. Das wird extrem schwierig.

Tja, und so sieht es jetzt aus. Das sind die zwei Ideen, die wir haben. Ich bin sehr gespannt, wie so die Meinungen im geschätzten Schall-und-Stille-Debattierclub sind. Was meinen Sie, geschätzte Leser?

1 oder 2?

Sollen wir das Wolfsrudel trennen und einen Teil seiner Geschichte in leicht erfassbaren bewegten Bildern dokumentieren?

Oder sollen wir das Risiko eingehen, mit dem Wolfsrudel in der Manege zu stehen, um dem Zirkuspublikum unsere Magie vorzuführen?

Oder fällt Ihnen noch etwas ein, was wir übersehen haben?

Die Kommentar-Sektion ist eröffnet 😉

8+

Profi-Sicherheitstip

Webseiten mit sensiblem Inhalt lassen sich am besten vor unautorisiertem (oder sonstigem) Zugriff schützen, indem man sie mit dem Hinweis „Hier gibt’s mein neues Album zum Probehören:“ versieht.

Das gilt natürlich nicht für Hunde. Im Bild: Candor K. bei den Aufnahmen zu „Sun“. Und das, obwohl er vorher informiert wurde, dass Musik entstehen würde.

8+

Liebe Künstler…

…und LGBTQ-Leute, und Fotografen, und Querdenker, und Manga-Liebhaber, und Musiker, und solche, die das alles zusammen und noch mehr sind… (im folgenden der Einfachheit halber und keineswegs generalisierend abgekürzt als ‚liebe Künstler‘)

Es ist also mal wieder passiert.

Das, was im Netz schon so oft passiert ist:

Der ehemals hippe (und unter Künstlern, LGBTQ-Leuten, etc. sehr beliebte) Micro-Blogging-Dienst Tumblr verbietet „adult content“.

Nicht nur für unter-18-jährige, sondern für alle. Und er bittet, wie schon viele Plattformen vor ihm, um eifriges Petzen und Blockwart-Spielen und markiert währenddessen schon mal fürsorglich alles was seinen mies programmierten ML-Routinen oder seinen nicht weniger mies programmierten Mitarbeitern nicht passt als nicht passend. Farbige Menschen zum Beispiel. Oder Wüstenlandschaften. Oder einen Blumenstrauss.

So weit, so nicht neu.

Auch nicht neu ist euer „Aufschrei“, liebe Künstler. Dass ihr euch hintergangen, bevormundet und „zensiert“ fühlt. Schockiert tauscht ihr euch darüber aus, was man jetzt machen könnte, schreibt Petitionen und ähnlichen Scheiß mehr… und macht euch auf die Suche nach Alternativ-Plattformen.

Es ist keine neue Weisheit, die ich hier loswerden möchte, und sie wurde schon an sehr vielen Stellen nett und sachlich formuliert… aber anscheinend muss mal jemand hingehen und es nicht nett und vollkommen unsachlich formulieren, damit ihr es kapiert.

Also gut, hier kommt es:

Jetzt wacht halt endlich mal auf, verdammte Scheiße!

Tumblr gehört Oath, und das erklärte Ziel von Oath ist es, die Welt mit Werbung zu verpesten bis niemand mehr atmen kann.

Sorry, dass ihr es von mir erfahren müsst, aber: Eure Bilder, Texte und Zeichnungen könnten denen nur mit unmenschlich krass viel Mühe noch mehr scheißegal sein.

Achtung! Vorsicht! Genitalien! Dieses Bild löst Kriege aus und sorgt dafür, dass rechtsextreme Parteien in den Bundestag kommen. Ferner ist es dafür verantwortlich, dass 1% der Menschheit mehr besitzt als die restlichen 99% zusammen. Oh, und auch dass irgendwelche Arschlöcher ihre Rechnungen nicht zahlen und damit ehrliche Menschen an Weihnachten in den Ruin treiben, das ist ganz selbstverständlich die Schuld dieses Bildes.

Tumblr, Instagram, Facebook, Twitter, Google und all der andere Dreck, die gehören euch alle nicht. Es sind keine netten Wohltätigkeitsveranstaltungen, sondern milliardenschwere Firmen, in denen irgendwelche Krawattis monatlich euer Jahresgehalt in den Arsch geschoben kriegen, damit sie neue Wege finden, wie man noch mehr Geld aus euren Daten machen kann.

Es sind keine Staaten und schon gar keine Demokratien, also zensieren sie euch auch nicht. Sie machen einfach das, was sie für richtig halten und gerade noch so dürfen (und in manchen Fällen auch das, was sie nicht dürfen, wie zum Beispiel einem durchgeknallten Faschisten mit totem Hamster auf dem Kopf zum Wahlsieg verhelfen, aber ich schweife ab).

Und sie sind auch nicht das Internet.

Und sie sind auch nicht das World Wide Web.

Sie sind nur zufällig im World Wide Web, weil meine Generation leider nicht bedacht hat, dass genau so was passieren würde, wenn man so ein Netz baut.

Aber hier ist die frohe Kunde zu Weihnachten: Ihr könnt genau so im World Wide Web sein. Mit eurer eigenen Seite, eurem eigenen Blog, nach euren eigenen Regeln.

(ja, ich gebe zu, es ist etwas schwieriger geworden, mit all den Internetausdruckern und alten Männern mit Kugelschreibern, die das Netz irgendwie per Gesetz für die Zwecke ihrer Parteispender formen wollen, aber es ist immer noch machbar)

Also hört doch bitte endlich auf damit, beleidigt nach dem nächsten Millionär zu suchen, der euch dann wieder scheiße behandelt, weil ihm seine Millionen noch nicht reichen… sondern holt euch das Internet zurück. Macht ein Blog auf. Was eigenes. Und holt die Feedreader wieder raus.

Ich tu euch auch auf meine Blogroll, versprochen.

12+

Das Jahr des Pferdes

Am Samstag gab es endlich ein Wiedersehen mit Cosi.

Ich hatte ja befürchtet, er würde mich nach beinahe zweimonatiger Pause vielleicht nicht mehr erkennen, aber ich hätte keine Angst haben müssen, ich bekam gleich die Hände abgeschleckt und ein wunderschönes Klimpern mit den Wimpern, und Nase-Nase.

Leider gab es dieses Jahr so einige kleine menschliche Enttäuschungen in unserem Umfeld. Aber dafür gab es auch so wunderbare Wesen wie Cosi – der dafür sorgt, dass 2018 in unsere persönliche Geschichte eher als „Jahr des Pferdes“ eingehen wird, und nicht als Jahr der menschlichen Enttäuschungen. Das ist schonmal unglaublich viel wert.

Dafür vielen Dank an Cosi!

Und ein mindestens ebenso großer Dank gebührt natürlich L., seiner ganz enorm großartigen Besitzerin, die sich vollkommen unerschrocken dazu bereit erklärt hat, mir das Reiten beizubringen… 😉

(Beitragsbild oben von Frau K.)

7+

Nur mal so zwischendurch

Aus unser beliebten Serie „Stephan gegen den Kapitalismus“, heute:

Warum Wertpapiere und
Wertpapiergeschäfte
verboten gehören

Ganz einfach und schnell erklärt mittels einer Überschrift in einem ehemals großen Nachrichtenmagazin:

2+

Das Mädchen am Telefon (9/10)

<- zu Teil 8

IX.

Auf der Heimfahrt machte ich mich erstmals ganz realistisch mit dem Gedanken vertraut, keine Beziehung mehr mit Helena zu haben, und der Gedanke fühlte sich – vollkommen überraschend für mich – lange nicht so schlimm an, wie ich befürchtet hatte. All die letzten Monate über hatte ich gedacht, ein Scheitern der Beziehung wäre das Allerschlimmste, was mir passieren konnte, und mein Leben würde damit seinen Sinn verlieren und ähnliches mehr.

Tatsächlich aber war die Aussicht, dem Psycho-Horror endgültig zu entschwinden, befreiend und verheißungsvoll… und zum ersten Mal seit vielen Wochen schlief ich ruhig und tief.

Am nächsten Tag, es war ein Freitag, saß ich schließlich irgendwann an meinem Schreibtisch… ich dachte, meine Gedanken zu Papier zu bringen würde mir eventuell helfen, das Geschehene zu verarbeiten und besser zu verstehen. Ich kritzelte ein paar Stichworte auf einen Zettel, schmiss den Zettel weg, fing von vorne an, ein paar mal… bis schließlich das Telefon läutete. „Das Mädchen am Telefon (9/10)“ weiterlesen

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